Jugendmagazin Bronx fischt im Freihafen

Mit Bronx liegt ein neues Heft in den Regalen der Hamburger Kioske. Es ist ein Magazin, das Medienprofis gemeinsam mit Jugendlichen entwickelten und das "über das berichtet, was junge Menschen in dieser Stadt interessiert", so Herausgeber Christian Bauer. "Das Heftkonzept ist in der Zielgruppe und Akquise von Anzeigenkunden im norddeutschen Raum einzigartig." Eine gewagte Aussage, denn sein Blatt weist gewisse Ähnlichkeiten zum bereits etablierten Hamburger Jugendmagazin Freihafen auf.

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Die 16-köpfige Redaktion, die sich je zur Hälfte aus Profis und Laien zusammensetzt, liefert mit Bronx monatlich ein "lifestyliges Magazin, das die Interessen der Jugendlichen in den Vordergrund stellt und mit ihnen gemeinsam Themen entwickelt", so Bauer. Die Profis arbeiten in Vollzeit. Die Jugendlichen erhalten bei Veröffentlichung ihrer Artikel "einen kleinen Obolus". Neben Mode, Musik, Liebe, Sex, Ausbildung, Partys gibt es auch eine Rubrik für gesellschaftlich relevante Themen der Zielgruppe. In der aktuellen Ausgabe schreibt beispielsweise der Herausgeber persönlich in der "kleinen Politschule" über die Hamburger Schulreform. Das Titelthema lautet "Ich. Und meine Welt". Vier Hamburger Jugendliche erzählen dabei aus ihrem Leben. Insgesamt platziert sich Bronx zwischen Bravo und den regionalen Stadtmagazinen wie Prinz, Oxmox oder Szene Hamburg. Am 25. Februar kam das Blatt in den Handel, Copypreis 1,80 Euro, die Auflage beträgt 20.000 Exemplare.
Das Jugendmagazin Freihafen gibt es bereits seit 2005 in der Hansestadt und wurde von ehrenamtlich tätigen Schülern und Studenten gegründet. Anders als bei Bronx arbeiten nur Jugendliche an der Zeitschrift. Dabei werden sie von dem Verein Junge Presse Hamburg unterstützt. Freihafen erscheint sechs Mal im Jahr. Neben einem Titelthema, das den Schwerpunkt des Magazins einnimmt, gibt es unter anderem die Ressorts Hamburg City, in der es um Artikel über Menschen aus der City geht, die Kultur-Rubrik Große Freiheit, in der Konzerte angekündigt werden, und den Bereich Sport, der mit dem Namen Millerntor überschrieben ist. Das Heft ist kostenlos. Die Auflage beträgt 20.000 Exemplare.

Die aktuellen Cover der Hamburger
Jugendzeitschriften

Der 31-jährige Bronx-Macher Bauer, der zuvor in unterschiedlichen Positionen Gruner + Jahr tätig war – zuletzt als Director Business Development für die Wirtschaftsmedien in Köln – verwirklichte mit dem Jugendmagazin einen lang gehegten Traum. So stand für ihn von Anfang an: "Wenn ich mich mal selbständig mache, dann mit einem Jugendmagazin." Was einen guten Markenauftritt für die Zielgruppe der 14- bis 21-Jährigen ausmacht, lernte er als Brandmanager beim Xpress, dem österreichischen Pendant zur Bravo. Die Bronx Media Verlag GmbH gründete er im August 2009, nachdem er bei G+J ausgestiegen war. Warum Bauer seinem Erstling den Namen des New Yorker Stadtteils gegeben hat, begründet er so: "Bronx ist ein Pool an Kreativität, hat aber auch Probleme. So sieht es in Hamburg auch aus."
Probleme mit der eigenen Kreativität scheint möglicherweise aber auch Bauer selbst zu haben. "Eine gewisse Ähnlichkeit zu unserem Blatt ist durchaus vorhanden", sagt Max Martens, einer der drei Chefredakteure von Freihafen. Die Absicht, Teenies und Twens ein Forum für gesellschaftliche Themen zu bieten und sie dabei auch direkt einzubinden, ist beiden Publikationen gemein. Der Claim von Freihafen lautet dabei "Wir.Hier.Jetzt.". Ganz ähnlich lautet dieser bei Bronx: "Jung. Leben.Jetzt.".
"Was noch auffällt, ist, dass die Schrift von Bronx und unsere Typo sich zum Teil kaum unterscheiden", sagt Martens. Inhaltlich nehme der 20-Jährige das neue Magazin aber nicht als Konkurrenten wahr. "Wir verfolgen mit unserem monothematischen Magazin einen alternativeren Ansatz und sind auch näher dran an den Jugendlichen." Anders sähe es bei der Gewinnung von Anzeigenkunden aus. In diesem Zusammenhang sei Bronx schon ein "nerviger Rivale".
Christian Bauer sieht das anders: "Freihafen spielt in meiner Konkurrenzbeobachtung eine untergeordnete Rolle." In der Zusammenführung von der jungen Zielgruppe und den Anzeigenkunden stehe Bronx im norddeutschen Bereich alleine. "Im Jugendsegment ist die Lücke da. Von daher war für mich klar, dass die Selbständigkeit mit einem Magazin für diese Zielgruppe beginnen würde." Sollte er die Jugendlichen innerhalb eines Jahres für sein Heft begeistern können, werde er über eine Ausweitung auf andere Städte nachdenken.

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