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Murdoch erwägt Klage gegen Google

Medien-Mogul Rupert Murdoch strebt offenbar eine groß angelegte Klage gegen den Internetkonzern Google an. Dies geht aus der Titelgeschichte des New York Magazine vom Wochenende hervor. Hintergrund: Murdoch will sich die Weiterverwertung der Inhalte des News Corp-Imperiums durch Google News bezahlen lassen. Google lehnt es allerdings prinzipiell ab, dafür Geld auszugeben. Die Drohung soll Teil einer von langer Hand geplanten PR-Kampagne gegen das immer mächtiger werdende Webunternehmen sein.

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Erst ziemlich weit hinten in dem außerordentlich gut recherchierten Elaborat (im Web auf Seite sechs) kommt die Drohung des Tycoons, die Google wohl nicht all zu ernst nehmen wird. Immerhin sorgt Google vor allem mit seinem News-Angebot nach wie vor für reichlich Traffic auf den Seiten aus dem Hause Murdoch.

Dennoch: Das New York Magazine zitiert einen Top-Manager aus dem News Corp-Imperium: "Murdoch hat sich ziemlich in die Sache mit Google verbissen und ist bereit, das Unternehmen zu verklagen. Er vertraut den Google-Machern nicht." 
Um den Druck auf den Internetkonzern zu erhöhen, hat Murdoch unlängst über Jonathan Miller Verhandlungen mit Microsoft führen lassen. Der Plan sieht vor, die Indexierung der News Corp-Inhalte für Google zu sperren. Diese fänden sich folglich nicht mehr in den Trefferlisten der Suchmaschine. Dafür sollen die Inhalte dem Konkurrenten Bing, der neuen Suchmaschine von Microsoft, exklusiv zur Verfügung gestellt werden. Die Gespräche führten bislang noch zu keinem Ergebnis.
Vor geraumer Zeit kippte das Verhältnis zwischen Murdoch und Google. Während der Tycoon in den Anfangsjahren voller Bewunderung für die Jungs aus Mountain View war, bezeichnet der fast 79-Jährige das Unternehmen inzwischen auch mal als "Parasiten des Internets".
Die Drohung ist offenbar Teil einer riesigen Kampagne des News Corp-Chefs. Intern wurde die Initiative auf den Namen "Project Alesia" getauft, in Anlehnung auf die Besetzung Galliens durch Julius Caesar. Ob der Codename glücklich gewählt ist? Die Geschichte lehrt, wie es mit Imperatoren oft zu Ende geht.

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