Anzeige

Palm-Debakel: Pre bringt keine Wende

Es ist ein Rückschlag auf ganzer Linie: Vor einem Jahr noch als iPhone-Herausforderer gewettet, hat Palm-Smartphone Pre bis heute nicht seine hochgesteckten Erwartungen erfüllen können. Tatsächlich verkauft sich das Multitouch-Handy so schlecht, dass der frühere Handheld-Gigant gestern vor Handelseröffnung an der Wall Street eine geharnischte Umsatzwarnung für laufende Quartal und Geschäftsjahr aussprechen musste. Anleger sind entsetzt: Die Aktie bricht völlig ein.

Anzeige

Es ist ein Rückschlag auf ganzer Linie: Vor einem Jahr noch als iPhone-Herausforderer gewettet, hat Palm-Smartphone Pre bis heute nicht seine hochgesteckten Erwartungen erfüllen können. Tatsächlich verkauft sich das Multitouch-Handy so schlecht, dass der frühere Handheld-Gigant gestern vor Handelseröffnung an der Wall Street eine geharnischte Umsatzwarnung für laufende Quartal und Geschäftsjahr aussprechen musste. Anleger sind entsetzt: Die Aktie bricht völlig ein.

Alle Technologie-Aktien fliegen hoch? So lief es über weite Strecken in 2009. Doch 2010 ist ein anderes Jahr – und zwar in jeder Hinsicht. Vor allem die Technologie-Unternehmen lieferten bei der abgelaufenen Quartalssaison Fabel-Ergebnisse, als wäre es noch einmal 1999. Nur die Aktien wollen nicht so mitziehen: Weil Anleger befürchten, die konjunkturelle Erholung könne nicht nachhaltig sein, brachten die ersten beiden Monate nur Verluste.

Richtig problematisch wird es allerdings, wenn sich die Bilanz tatsächlich eintrübt, wie heute bei Palm. Der PDA-Pionier, der vor rund einem Jahr mit einem komplett neuen Smartphone-Modell, dem Palm Pre, den Neustart versuchte, musste gestern nach Handelsschluss eine vor allem in der Höhe komplett überraschende Umsatzwarnung bekanntgeben.

Palm Pre ist nicht der erhoffte Durchbruch

So rechnet das einstige Schwergewicht der Technologiebörse Nasdaq nun nicht mehr damit, im laufenden Quartal – wie vom Analystendurchschnitt erwartet – 425 Millionen Dollar umzusetzen, sondern nur noch 285 bis 310 Millionen. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird der Umsatz "deutlich" unter den selbst prognostizierten 1,6 – 1,8 Milliarden Dollar liegen, die Palm einst in Aussicht gestellt hatte.   

"Die Umsätze im Quartal und laufenden Geschäftsjahr werden durch die langsamer als erwartete Kundenannahme unserer Produkte beeinflusst." In anderen Worten: Der Palm Pre und Palm Pixi sind nicht der Durchbruch, den sich der schlingernde PDA-Pionier erhofft hat. Anleger, die die Entwicklung bei Palm zuletzt immer skeptischer beurteilt hatten, schickten die Palm-Aktien gestern um krachende 20 Prozent nach unten.

Ist Palm ein Jahr nach dem Turnaround-Versuch schon Übernahmekandidat?

"Es gibt keinen offensichtlichen Weg, wie Palm seinen Marktanteil vergrößern könnte, da sie ihre Telefone bereits über den größten Mobilfunkbetreiber der USA, Verizon, verkaufen", ordnet Technologiereporter Dan Frommer ("Alley Insider") das Debakel ein. "Es sieht also ganz danach aus, als sollte CEO Jon Rubinstein nun nach einem Käufer suchen", so Frommer. Doch wer sollte nur ein Milliarden Dollar teure Unternehmen kaufen wollen: Blackberry-Hersteller Research in Motion? Nokia? Dell? Hewlett-Packard?

Endet die scheinbar mirakulöse Wiederaufstehung des Nasdaq-Schwergewichts von 2000 damit nur ein Jahr nach dem Comeback-Versuch? Es sieht derzeit nicht so, als würde die Wall Street dem früheren Apple-Manager Jon Rubinstein, der als "iPod"-Macher gilt und als CEO zu Palm wechselte, noch den Turnaround zutrauen.
Im Januar 2009 zog die Aktie auf 6 Dollar an, als Palm den Pre und das mobile Betriebssystem webOS vorstellte. Bis auf 18 Dollar ging der wilde Ritt im Oktober des vergangenen Jahres sogar nach oben – nun notierte das Papier wieder, wo es 14 Monate zuvor gestartet war: Bei 6 Dollar. Es kann schnell gehen in der Mobilfunkbranche: Wie gewonnen, so zerronnen.   

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige