EU gegen Google: Es wird ernst

Die EU-Kommission hat erwartungsgemäß auf drei Wettbewerbs-Beschwerden gegen Google reagiert und den Internet-Giganten zu einer Stellungnahme aufgefordert. Wie ernst Google die Vorwürfe nimmt, zeigen eine PR-Offensive auf europäischer Ebene und ausführliche Stellungnahmen in offiziellen Unternehmens-Blogs. Im Zentrum der Untersuchungen werden das Ranking in Trefferlisten und das äußerst einträgliche Programm AdSense stehen.

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"Wir schauen uns das an und haben Google um Stellungnahme gebeten", sagte eine Sprecherin von Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Ein formelles Verfahren sei noch nicht eröffnet. Da die EU-Kommission in der Vergangenheit empfindliche Strafen gegen Microsoft verhängt hat, sind das angegriffene Unternehmen und die Konkurrenten gleichermaßen gespannt.
Beschwerdeführer in Brüssel sind die drei sehr unterschiedliche Wettbewerber: Zunächst die britische Preisvergleichsseite Foundem, deren Anwälte behaupten, Google bevorzuge bei Suchvorgängen die jeweils eigenen Dienste. Ferner die auf Rechtsthemen spezialisierte französische Suchmaschine Ejustice.fr, schließlich das Verbraucherportal Ciao, das seit 2008 zu Microsoft gehört.
Vertreter der Werbeindustrie haben die Untersuchungen gegen Google ausdrücklich begrüßt. Sir Martin Sorrell, Chef der Agenturgruppe WPP, sagte: "Die simple wirtschaftliche Realität, die sich aus Googles Position und Geschäftsmodell ergibt, ist diese: Sie werden ihre dominante Stellung ausnutzen."

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