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Italienisches Gericht verurteilt Google-Manager

In Italien wurden drei US-Manager des Internetkonzerns Google zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil diese ein menschenverachtendes Video nicht rechtzeitig löschten. Der Clip zeigt eine Schulhof-Schlägerei, bei der mehrere Angreifer einen behinderten Jungen misshandelten.

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Geklagt hatte die Hilfsorganisation Vivi Down, die an Down Syndrom erkrankte Menschen unterstützt. Einer der Schläger tat während des Vorfalls so, als würde er die Organisation von seinem Handy aus anrufen.
Die Staatsanwaltschaft brachte vor, dass der Clip früher hätte bemerkt und umgehend gelöscht werden müssen. Immerhin hätte das Video auf einer Liste der meistgesehenen Filme gestanden. Das Recht des autistischen Jungen auf Privatsphäre sei massiv verletzt worden.
Richter Oscar Magi befand die Google-Manager Peter Fleischer (Datenschutzchef), den David Drummond (Firmenjurist) und George Reyes (Ex-Finanzchef) der Verletzung der Privatsphäre des Opfers schuldig. Vom Vorwurf der Beleidigung wurden sie freigesprochen.
Das Unternehmen werde umgehend Berufung beantragen. "Keiner der vier hatte irgendetwas mit dem Video zu tun. Sie haben es nicht gefilmt, sie haben es nicht ins Netz gestellt, sie haben es nicht überprüft. Trotzdem wurden sie zur Verantwortung gezogen", sagte ein Google-Sprecher. Er bezeichnete das Urteil als einen Angriff auf das Prinzip der Meinungsfreiheit.

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