Abmahn-Anwalt begeht Selbstmord

Der berüchtigte Abmahn-Anwalt Günter Werner Freiherr von Gravenreuth hat sich in der Nacht zum Montag in München umgebracht. Entsprechende Berichte wurden von der Münchner Polizei mittlerweile bestätigt. Grund war laut einem Abschiedsbrief die Angst vor einer bevorstehenden Haftstrafe. Von Gravenreuth war bereits 2008 zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er versucht hatte, die Berliner Tageszeitung taz zu betrügen. In Kürze hätte er die Strafe antreten müssen.

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Von Gravenreuth hatte die taz wegen einer Bestätigungsmail für einen E-Mail-Newsletters abgemahnt, die bei der Bestellung des Newsletters automatisch verschickt wurde. Der Anwalt argumentierte, es handle sich um Spam, unerwünschte Werbung, und verschickte einen Abmahnbescheid. Die taz zahlte zwar, von Gravenreuth behauptete aber, die Zahlung sei nicht eingegangen und ließ die Domain taz.de pfänden. Er drohte später sogar, die Internet-Adresse zu versteigern.

Die taz zog gegen von Gravenreuth vor Gericht und gewann. Im September 2008 wurde er vom Berliner Kammergericht zu 14 Monaten Haftstrafe verurteilt. In der Nacht auf den 22. Februar hat von Gravenreuth offenbar noch eine Abschieds E-Mail an diverse Adressaten verschickt, u.a. an den die Betreiber der Internet-Website Gulli.com. Gegen 1.15 Uhr nachts habe er in der Mail ("Ein letzter Gruß an die Runde") angekündigt, sich mit "einer scharfen Waffe" umzubringen. Adressaten der Mail verständigten die Polizei, die allerdings zu spät kam.

Von Gravenreuth war in der Internet-Szene bekannt und berüchtigt. Berühmt wurde seine Masche, sich in Kleinanzeigen als mittelloses minderjähriges Mädchen ausgeben, das sich für Computerspiele interessiere und tauschen wolle. Bekam er dann Raubkopien zugeschickt, wurden abgemahnt. Auf seiner Website ist mittlerweile eine Todesanzeige geschaltet.

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