BGH schmettert Jauch-Klage ab

TV-Moderator Günther Jauch hat einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die Axel Springer AG und deren Tochtergesellschaft Ullstein verloren. Auch der Bundesgerichtshof hat nun zwei Klagen des Moderators wegen der Veröffentlichung eines Hochzeitsfotos in der Berliner Morgenpost und der Berliner Ausgabe der Welt im Jahr 2006 zurückgewiesen. Jauch klagte auf zweimal 130.000 Euro Schadensersatz, weil die beiden Springer-Blätter ein Bild vom Sektempfang nach der Hochzeit Jauchs veröffentlicht hatten.

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Das Foto entstand im Hof der Potsdamer Friedenskirche. Bereits die Pressekammer des Hamburger Landgerichts hatte die Veröffentlichung für zulässig erklärt, da zahlreiche Prominente bei dem Termin anwesend waren und der Empfang an einem öffentlichen Platz stattfand. Jauch sah dies anders und wollte mit den Klagen vor den Bundesgerichtshof ziehen.

Der BGH hat die Revision des Falles nun aber wegen "fehlender grundsätzlicher Bedeutung" zurückgewiesen. Im Jahr 2008 hatte auch bereits das Hanseatische Oberlandesgericht eine Klage von Jauchs Ehefrau gegen den Burda Verlag abgewiesen. Wegen der Veröffentlichung von Hochzeitsfotos in Burdas Bunte klagte Jauchs Frau auf einen "Bereicherungsabgleich" in Höhe von 250.000 Euro sowie Schadensersatz und Unterlassung. Das Hanseatische Oberlandesgericht stufte die Hochzeit aber als hochrangiges zeitgeschichtliches Ereignis ein, an dem ein großes Interesse der Öffentlichkeit bestehe.

Bereits im Vorfeld der Jauch-Hochzeit im Jahre 2006 ließ der Berliner Medienanwalt Christian Schertz ein Schreiben an Redaktionen faxen, in dem es u.a. hieß: "Unsere Klienten wünschen (…) keinerlei Berichterstattung über Details ihrer Hochzeit, Örtlichkeiten etc." Falls "das erklärte Ansinnen nicht respektiert" werde, sei mit rechtlichen Schritten zu rechnen. Die rechtlichen Schritte sind dann auch erfolgt, haben aber zu einem anderen Ergebnis geführt, als von Günther Jauch erhofft. Promi-Wünsche und Pressefreiheit sind eben nicht immer deckungsgleich.

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