BDZV: E-Paper kommt nicht in Schwung

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat eine Studie vorgelegt, die beweist: Die Zeitungen wissen das Internet durchaus für sich zu nutzen, sie unterhalten in Deutschland zur Zeit 658 Websites. Die Zeitungsverlage verstehen offenbar auch, dass Online-Ausgaben anders funktionieren als die gedruckte Zeitung und setzen zum Großteil auf Bewegtbilder und Web-2.0-Elemente ein. Aber: E-Paper – das Äquivalent der gedruckten Zeitung im Internet – funktioniert nach wie vor nicht.

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Die Präsenz der Zeitungen im Internet hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Heute gibt es in Deutschland 658 Zeitungs-Websites. Immer mehr Print-Häuser setzen auf ihren Online-Portalen Bewegtbilder ein. Die Zahl der Zeitungen, die auf ihrem Web-Ableger Videos einsetzen, ist von rund 400 im Jahr 2008 auf 498 im vergangenen Jahr gestiegen.

Bemerkenswert: Der Anteil der Zeitungsportale, die Fremdproduktionen verwenden, ging auf ein Drittel zurück, 59 Prozent zeigen jetzt selbstproduzierte Videos. Rund 44 Prozent nutzen Content der Online Marketing Service GmbH (OMS). Zwei Drittel aller Zeitungs-Websites setzen Soziale Medien wie Facebook, StudiVZ oder YouTube ein. Twitter kommt mit 40 Prozent eine besondere Bedeutung zu. 17 Prozent haben eine eigene Facebook-Seite.

Mehr als ein Viertel der Zeitungen bieten auf den mobilen Einsatz zugeschnittene Portale an. Der BDZV führt das plausiblerweise auf die Verfügbarkeit brauchbarer Geräte für unterwegs und preiswerte Mobilfunk-Dienste zurück.

Dagegen kommt E-Paper nicht in Schwung. Die verkaufte Auflage aller Tages- und Wochenzeitungen in Deutschland liegt bei insgesamt 24,7 Millionen Exemplaren pro Tag. Demgegenüber kommen E-Paper-Ausgaben im vierten Quartal auf gerade einmal 85.000 Stück täglich. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt lediglich bei 14 Prozent. Diese Zahlen sind eigentlich kein Wunder. Denn es fehlt nach wie vor an einem angemessenen Lesegerät für dieses Format. Genau aus diesem Grund hat Apples iPad einen alle Kriterien des Hype erfüllende Aufmerksamkeit auch aus der Branche erfahren.

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