Christine Eichel wird Focus-Kulturchefin

Christine Eichel (50) startet zum 1. Mai 2010 als Leiterin des Focus-Ressorts Kultur. Die promovierte Journalistin verantwortet seit 2004 das Kulturressort Salon des politischen Monatsmagazins Cicero. Die vom Verlag am Montag veröffentlichte Personalie trägt erkennbar die Handschrift des designierten Chefredakteurs und Cicero-Gründers Wolfram Weimer, der ab März beim Focus zunächst mit Entwicklungsaufgaben betraut ist. Eichel gilt als eine der interessantesten Persönlichkeiten im Kulturjournalismus.

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Mit Eichel wird eine der wenigen Frauen an der Spitze einer großen deutschen Kulturredaktion stehen. Sie steht für hochklassigen Autoren-Journalismus. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaften und Musikwissenschaft in Hamburg und promovierte über Theodor W. Adorno. Fünfzehn Jahre lang arbeitete sie als Autorin, Moderatorin und Regisseurin fürs Fernsehen (u. a. NDR und ZDF). Sie veröffentlichte Romane und zahlreiche Sachbücher, darunter „Vom Ermatten der Avantgarde zur Vernetzung der Künste" (Suhrkamp, 1993), „Gefecht in fünf Gängen" (KiWi, 1998), „Im Netz" (HoCa, 2004) und „Die Liebespflicht" (Pendo, 2007).
Der bisherige Kultur-Chef von Focus, Stephan Sattler (62), bleibt dem Haus erhalten. Er tritt zum 1. Mai 2010 in eine Stabsfunktion beim Verleger Hubert Burda ein und wird Sonderprojekte aus dem Bereich Kultur betreuen. Sattler gehört zu den Gründungsmitgliedern des Nachrichtenmagazins Focus und leitete 18 Jahre das Kultur-Ressort.

Im Wikipedia-Eintrag heißt es über Christine Eichel: "Es entstanden zahlreiche Dokumentationen, unter anderem über Hans Magnus Enzensberger, Vivienne Westwood und Friedrich Hollaender sowie ein 90-minütiges Feature über Barpianisten, das in Hotelbars in Las Vegas, New York, Paris, London, Wien, Casablanca und Tokyo gedreht wurde. Für den Film ‚Neil Postman – Ein Forscher im Mediendschungel‘ wurde Eichel 1994 beim New York Film Festival mit dem Finalist Award ausgezeichnet."

Nach einer dreijährigen Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin holte Wolfram Weimer sie 2004 zu Cicero, wo sie das Kulturressort "Salon" übernahm. Im Mai 2006 erschien dort der Artikel „Die Emanzipation – ein Irrtum?“ von Eva Herman, der für heftige Debatten sorgte; anschließend war Christine Eichel Co-Autorin des umstrittenen Buches „Das Eva-Prinzip“.  Aufgrund verunglückter Äußerungen bei Buchpräsentationen verlor Herman später ihren Job als Tagesschau-Sprecherin.

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