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Top oder Flop? Die Groupon-Debatte

Die Diskussion über den akutellen Groupon-Boom ist eröffnet: Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher ist kritisch, was den Hype um den lokalen Shopping-Trend betrifft. Das sieht Business Angel Stefan Glänzer ganz anders. Für ihn ist "das zugrunde liegende Modell von bestechender Klarheit und bietet Vorteile für alle Beteiligten." Lukasz Gadowski, Investor und Business-Angel, hält den Gründer-Boom dagegen nur für einen "Sturm im Wasserglas."

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 Stefan Glänzer, Seriengründer und Investor von Dailydeal

Alle reden über Groupons: Hat das Thema wirklich Substanz oder ist das nur ein Hype?
Alle sollten vielmehr über Dailydeal.de reden 🙂 – aber mal im Ernst, das zugrunde liegende Modell ist von bestechender Klarheit und bietet Vorteile für alle Beteiligten. Der Anbieter investiert zu Grenzkosten und bekommt neben sofortigem cash flow eine Vielzahl von neuen Kunden, die er für sich gewinnen kann. Der Käufer hat Spass und macht ein Schnäppchen in seiner Region. Auch wenn es verdammt abgedroschen ist, ein Win-Win halt. Auch für regionale Medienpartner, für die wir Module entwickeln.

Sollte man in dieses Segment investieren?
Sollte? Hab ich ja schon, obwohl ich generell nicht besonders an Copycat-Fertigung interessiert bin. Was mich fasziniert hat ist die unfassbare Leidenschaft und Energie der beiden Heilemann Brüder, denn eins ist klar. So bestechend einfach das Modell ist, so schwer ist es, das auf den Boden zu bringen. Eine hohe Komplexität was operations und execution angeht, auf Dauer entscheidet die Qualität. Das ist kein Sprint, wenngleich wir bei dailydeal.de bislang scheinbar am schnellsten laufen, wenn ich mir die deutschen Seiten von heute anschaue.
Wie viele Start-ups werden die ersten sechs Monate überleben?
Auch in den USA passiert es nicht häufig, dass acht Monate nach Launch ein VC wie Accel 30 Millionen USD investiert. Von daher werden auch finanzielle Ressourcen mit ausschlaggebend sein, wenngleich ich nicht glaube, dass das der wichtigste Faktor sein wird. Das Verständnis des Social Web sehe ich als wichtiger an, genau wie ein detailliertes Verständnis der jeweiligen Region.
 
Ist der Groupon-Hype der Beginn eines neuen Gründerbooms?
Das wäre zu wünschen, auch wenn ich glaube, dass echte Gründer keinen Hype brauchen, die sind intrinsisch motiviert. Es gibt viele Wege um sich Gründer zu nennen, gerade in den Copycat-Fabriken und das ist bestimmt auch ein erfolgversprechender Weg. Ich bin überzeugt, dass das Dailydeal-Brüderteam eine echte Bereicherung in der Berliner Startup Szene ist. Echte Gründer halt, und die brauchen wir in Deutschland. Am besten mit originären Ideen.

Lukasz Gadowski, Teameurope
Alle reden über Groupons: Hat das Thema wirklich Substanz oder ist das nur ein Hype?
Beides. Es hat Substanz, aber weniger Substanz als der Hype verspricht. Als Neukundengewinnungsthema für Anbieter aber sicher interessant.

Sollte man in dieses Segment investieren?
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann man investieren. Also solche würde ich sehen: Sehr starkes Gründerteam, langer Atem.

Wie viele Start-ups werden die ersten sechs Monate überleben?

Schwer zu sagen. Fünf bis zehn sicherlich, aber nur zwei bis drei, welche die Kraft haben, bundesweit zu agieren. Für die führenden Anbieter ist das Vorhandensein der vielen Clones durchaus positiv, da sie Aufbau- und Kommunikationsarbeit leisten.
Ist der Groupon-Hype der Beginn eines neuen Gründerbooms?
Nein, ich denke eher nicht. Eher ein Sturm im Wasserglas

Alexander Hüsing, Chefredakteur Deutsche-Startups.de
Derzeit besteht das Thema Groupon aus sehr viel Hype. Die Substanz müssen die Wettbewerber erst schaffen. Wie gut das Thema dauerhaft ankommt, hängt vor allem von der Qualität und der Frequenz der angebotenen Rabattaktionen ab. Nur der Anbieter, der dauerhaft gute Aktionen in ganz Deutschland anbieten kann, wird finanziell überleben können. Vermutlich wird der Markt dann groß genug für zwei Anbieter sein. Um auch in Sachen finanzieller Bewertung mit Groupon mithalten zu können, müssen sich diese Wettbewerber aber auch international aufstellen. Das Thema Groupon alleine wird sicherlich keinen Gründerboom in Deutschland auslösen. Wer jetzt noch in den Markt einsteigen will, muss entweder eine attraktive Nische finden oder sehr viel Geld in die Hand nehmen.
Stephan Uhrenbacher: "Armutszeugnis für deutsche Web-Szene"

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