Bild stoppt Projekt „Bild Stadt“

Auch die erfolgsverwöhnte Bild kann nicht jedes Projekt umsetzen: In Herne wollte Springer im Mai 2010 ein zwölftägiges Familien-Event Namens "Bild Stadt" aufziehen. Das Großereignis sollte eine Markenpräsentation mit Freizeit-, Service- und Unterhaltungs-Charakter werden, so hatte Bild es in einem Gespräch mit Fachjournalisten im September angekündigt. Daraus wird nichts. Im MEEDIA-Interview erklärt Tobias Kuhn, Verlagsleiter Bild am Sonntag, dass das Projekt "vorerst nicht umgesetzt" wird.

Anzeige

Im September hatten Sie die „Bild Stadt“ bei einem Gespräch im kleinen Kreis mit Fachjournalisten vorgestellt. Wie ist der aktuelle Stand?
„Bild Stadt“ war zunächst eine Idee, aus der ein Entwicklungsprojekt entstanden ist. Nach einer konzeptionellen Vorphase sind wir von September 2009 bis Januar 2010 in eine konkretere Planungsphase eingetreten, in der wir potenzielle Partner aus verschiedensten Branchen angesprochen haben. Letztlich haben wir uns aber entschieden, die Idee „Bild Stadt“ vorerst nicht umzusetzen.
Das kommt überraschend.
Nicht unbedingt, denn ein Entwicklungsprojekt hat per Definition immer einen offenen Ausgang. Bild ist eine große Medienmarke, also soll auch „Bild Stadt“ ein großes Ereignis sein. Das innovative Konzept war entsprechend unserer Markenfamilie gleichermaßen breit und tief angelegt und damit ebenso attraktiv wie komplex. Wir haben hohe Ansprüche und geben uns nicht mit halben Sachen zufrieden. Wir mussten aber zur Kenntnis nehmen, dass der Markt im Moment nicht bereit ist für ein so großes und umfassendes Projekt wie „Bild Stadt“.

Axel Springer Media Impact konnte also keine Vermarktungskunden in die „Bild Stadt“ locken?
Das ist so nicht korrekt. Die Vermarktung ist vor dem Hintergrund eines neuen, völlig referenzlosen Konzepts, das den Kunden und potentiellen Partnern präsentiert wurde, gut angelaufen. Wir haben viele tolle Rückmeldungen erhalten und die Vermarktungskunden waren grundsätzlich sehr positiv gegenüber diesem mutigen Projekt eingestellt. Zusammen haben wir viele kreative Ansätze der Zusammenarbeit für das Entwicklungsprojekt „Bild Stadt“ entwickelt und Axel Springer Media Impact konnte sich mit diesem Projekt der Bild Gruppe wieder einmal als innovativer Vermarkter präsentieren. Dagegen standen der Zeitdruck im Hinblick auf die geplante Umsetzung im Mai sowie die generell schwierige Situation im Werbemarkt.
Und nun legen Sie die Idee in die Schublade?
Wir legen das Entwicklungsprojekt auf Eis und stecken unsere Energien erst einmal in andere Projekte.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige