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Wie Bertelsmann das Konzernjubiläum plant

Am Montag wurde bekannt, dass Bertelsmann auch im Krisen- und Konsolidierungsjahr 2009 schwarze Zahlen geschrieben hat. Für den Gütersloher Medienkonzern ein Grund mehr, das anstehende Unternehmensjubiläum selbstbewusst unter das Motto "175 Jahre Bertelsmann: eine Zukunftsgeschichte" zu stellen. Vom christlichen Verlag stieg das Haus zu einem der weltgrößten Medienkonzerne mit mehr als 100.000 Angestellten. Neben einem Mitarbeiterfest am Stammsitz steht eine große Feier in Berlin auf dem Plan.

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Auch inhaltlich soll die Unternehmensgeschichte aufgearbeitet werden. Dazu wurden eine ganze Reihe namhafter Experten verpflichtet, die sich auf die Nachkriegszeit und damit auf die Ära des kometenhaften Aufstiegs zum Global Player unter Nachkriegsgründer Reinhard Mohn konzentrieren werden. Damit soll das Lebenswerk des im Oktober 2009 im Alter von 88 Jahren verstorbenen Patriarchen gewürdigt werden. 2002 war bereits die NS-Zeit und das 19. und frühe 20. Jahrhundert von einer unabhängigen Forscher-Kommission umfassend analysiert worden.
Wie stark der Konzern auf internationalen Märkten Fuß gefasst hat, zeigt die Bilanz des Geschäftsjahres 2008. Von 16,1 Milliarden Euro Gesamtumsatz wurden rund zwei Drittel im Ausland erwirtschaftet. Zu den Unternehmenssäulen gehören das die Branchen Fernsehen, Radio und TV-Produktion (RTL Group), gedruckte und digitale Bücher (Random House), Zeitschriften (Gruner + Jahr), Medien- und Kommunikationsdienstleistungen (Arvato) sowie das Clubgeschäft der Direct Group.
In einer Unternehmensmitteilung hebt Vorstandschef Hartmut Ostrowski die Ausnahmestellung von Deutschlands größtem Medienhaus hervor und sprach von einer "unternehmerischen wie kulturellen" Erfolgsgeschichte: "Bertelsmann hat immer wieder Geschäftsfelder neu entwickelt oder neu ausgerichtet, ohne die eigene Identität preiszugeben." Zudem habe sich das Unternehmen "erfolgreich technologischen Neuerungen, geänderten Nutzergewohnheiten oder Marktumbrüchen gestellt – wie aktuell dem Megatrend Digitalisierung."
So habe das Haus einst den Buchvertrieb revolutioniert, das Privatfernsehen mit initiiert, früh eine Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter eingeführt und setze heute Maßstäbe mit international erfolgreichen TV-Formaten, E-Books oder technischen Innovationen für Medienservices. Ostrowski weiter: "Bertelsmann hat in jeder Phase seiner Geschichte die Märkte von morgen mitgestaltet und wird dies auch in Zukunft tun."
Liz Mohn, die vom verstorbenen Ehemann und Patriarchen laut testamentarischer Verfügung mit umfangreichen Rechten ausgestattet worden war, hob die besondere "Unternehmenskultur" hervor, die auf "den Grundwerten Partnerschaft, Kreativität, Unternehmergeist und gesellschaftliche Verantwortung" basierten und der "Schlüssel für den Aufstieg von Bertelsmann" gewesen seien.
Im Juli wird im Kreis Gütersloh ein Mitarbeiterfest veranstaltet, bei dem mehr als 10.000 Gäste geladen sind. Im September steht ein offizieller Festakt auf dem Programm: Im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt wird CEO Ostrowski Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie internationale Showstars begrüßen. Zu dieser Gala werden rund 1000 Gäste erwartet.
Die grafische Umsetzung des Aktionslogos für das Jubiläum wurde nach Konzernangaben überwiegend selbst entwickelt, begleitet von Bertelsmanns CD-Leadagentur der Peter Schmidt Group. Kommunikationschef Thorsten Strauß: "Dabei steht der ebenfalls intern entwickelte Claim im Mittelpunkt des Logos, die blockhafte Anordnung des Texts soll nicht nur die Wiedererkennung sicherstellen, sondern auch an den Ursprung von Bertelsmann – den Buchdruck – erinnern."

Strauß kündigt für den Sommer auch eine Werbekampagne eine "kleine, konzentrierte Anzeigenkampagne". Zu Budget und Claim der Kampagne macht der Konzern keine Angaben.

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