Apple: iPhone- und Mac-Boom ohne Ende

Business as usual in Cupertino: Nach Handelsschluss an der Wall Street hat Apple erneut ein Rekordquartal vorgelegt. In den letzten drei Monaten des Kalenderjahres 2009 setzte Apple so viele Macs und iPhones wie nie um, während die iPod-Absätze stabil blieben. Durch eine Umstellung in der Bilanzierung, mit der erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet wurde, verdiente Apple je Aktie viel mehr als erwartet. Ganz nebenbei kündigte Steve Jobs auch noch für diese Woche "ein herausragendes neues Produkt" an.

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Business as usual in Cupertino: Nach Handelsschluss an der Wall Street hat Apple erneut ein Rekordquartal vorgelegt. Im den letzten drei Monaten des Kalenderjahres 2009 setzte Apple so viele Macs und iPhones wie nie um, während die iPod-Absätze leicht nachgaben. Durch eine Umstellung in der Bilanzierung, mit der erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet wurde, verdiente Apple je Aktie viel mehr als erwartet. Ganz nebenbei kündigte Steve Jobs auch noch für diese Woche "ein herausragendes neues Produkt" an.

Was für ein Unterschied ein Jahr im Apfelland machen kann. Rückblende Januar 2009: Steve Jobs hatte sich für ein halbes Jahr in eine gesundheitsbedingte Auszeit verabschiedet, Phil Schiller hatte unterdessen die magerste MacWorld Expo-Präsentation aller Zeiten abgehalten, während die Apple-Aktie in immer unbekannteres Territorium abtauchte. Unter 100 Dollar notierte das Papier vor einem Jahr, während die westliche Wirtschaftswelt auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise auseinanderzubrechen drohte.

Apple Inc., das inzwischen nach Microsoft zweitwertvollste Technologie-Unternehmen der Welt, hat von dieser Jahrhundertkrise nie etwas mitbekommen – selbst im vergangenen Jahr wuchsen die Gewinne zweistellig. Zwölf Monate später, während die Konjunktur wieder in den Tritt kommt und noch in dieser Woche in den USA der größte Wachstumssprung des BIPs seit 2003 erwartet wird, machte Apple, was vom Vorzeige-Unternehmen erwartet wird: Es präsentiert neue Rekorde wie am Fließband.     
 
Neue Bilanzierungsstandards lassen Gewinne explodieren

Und die lesen sich wie von einem anderen Stern. Stolze 3,38 Milliarden Dollar fuhr Apple im Dreimonatszeitraum zwischen Oktober und Dezember bei Umsätzen von 15,68 Milliarden Dollar ein. Das entsprach einem Gewinn je Aktie von enormen 3,67 Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt gerade mal mit 2,07 Dollar je Aktie gerechnet.

Allerdings kam Apple bei Vorlage der Geschäftsergebnisse eine Umstellung in der Buchhaltung zupass: Endlich nämlich können die iPhone-Umsätze nun vollständig für das jewielige Quartal ausgewiesen werden – und nicht wie bisher anteilig über einen 24-Monatszeitraum. Diese Aufteilung hatte in der Vergangenheit zu einer großen Diskrepanz zwischen der sogenannten GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) und Non-GAAP-Bilanz geführt.   

Begehrter Apfel: 33 Prozent mehr Macs und 100 Prozent mehr iPhones verkauft

Ganz gleich ob alte oder neue Bilanzierung: Das Geschäft in fast allen Unternehmensbereichen boomte. Vor allem die wiedererstarkte Mac-Sparte verblüffte Analysten. Statt der erwarteten 3 Millionen Macintoshs gingen tatsächlich 3,36 Millionen Apple-Computer über die Ladentische – eine Steigerung von 33 Prozent.

Die erst seit 2007 existente iPhone-Sparte erlebt dagegen eine Verdopplung! 8,7 Millionen Apple-Smartphones wurden zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres abgesetzt. Analysten waren allerdings im Vorfeld noch optimistischer und hatten 9,1 Millionen  abverkaufte iPhones prognostiziert, was der Hauptgrund sein dürfte, warum die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel nur moderat auf 205 Dollar anzog. Die iPod-Absätze lagen mit 21 Millionen verkauften Geräten im Rahmen der Analystenschätzungen und gaben nur leicht um 7 Prozent nach; der iPod touch konnte unterdessen um bemerkenswerte 55 Prozent zulegen.

Apple durchschlägt Schallmauern: 50 Milliarden Dollar Umsatz

Ganz nebenbei stieg Apple dank des rasanten Quartals und der Umstellung bei der Bilanzierung in eine neue Liga auf: "Wenn sie unsere Quartalumsätze zusammenaddieren, sehen Sie, dass wir zu einem Unternehmen mit mehr als 50 Milliarden Umsatz geworden sind", freute sich Steve Jobs in der Presseerklärung des Unternehmens.

Und damit nicht genug: "Die neuen Produkte, die wir dieses Jahr herausbringen werden, sind sehr stark", konnte sich der Apple-CEO einen Vorgeschmack auf die geplante Produktoffensive nicht verkneifen: "Angefangen mit einem neuen Produkt diese Woche, von dem wir sehr begeistert sind" – dem längst mythisch verklärten Tablet.

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