IVW-Jahresbilanz (2): Programmzeitschriften

Im zweiten Teil unserer großen Jahresbilanz der IVW-Auflagen widmen wir uns den Programmzeitschriften. Der Haupttrend in der Branche ist hier recht eindeutig: Die Leute geben weniger Geld für ihre Programmies aus. So gewann vor allem das Teilsegment der 4-wöchentlichen Titel, bei den 14-täglichen Magazinen gewinnen vor allem die niedrigpreisigen Titel und bei den Weeklies konnte keine der 12 Programmzeitschriften im Jahr 2009 ihre verkaufte Auflage erhöhen.

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An der Spitze der Programmie-Charts blieb natürlich auch 2009 der Marktführer TV 14. Mit einem Plus von 75.457 verkauften Heften (3,3%) konnte sich das Bauer-Blatt auf 2,391 Mio. Verkäufe steigern. Gleichzeitig war es neben TV Direkt der einzige 14-tägliche Kontrahent, der sich im Jahr 2009 verbessern konnte. TV Digital, TV Movie, TV Spielfilm & Co. verloren hingegen zum Teil dramatisch. So gingen TV Digital 276.884 Käufer abhanden – ein Minus von 13,6%: Die Aufholjagd ist damit gestoppt und der Rückstand auf TV 14 liegt bei über 600.000 Heften. TV Digital verlor sowohl bei den Abos als auch im Einzelverkauf zweistellig.

Zur Erinnerung nochmal kurz die Methodik unserer IVW-Jahresanalysen. Um unabhängig von Schwankungen in den einzelnen Quartalen zu sehen, für wen das Jahr 2009 gut lief – und für wen schlecht – haben wir den Durchschnitt aller vier IVW-Quartale errechnet und vergleichen diesen Wert mit dem Durchschnitt des Jahres 2008. Generell hat die Mehrzahl der Programmies im Jahr 2009 verloren. 19 der 29 Kontrahenten blieben unter ihren Vorjahresverkäufen. Allein auf den ersten 15 Plätzen gibt es 12 Verlierer. Neben TV Digital ging es hier vor allem für TV klar (-13,0%) nach unten, aber auch die 14-täglichen Klassiker TV Movie (-7,2%) und TV Today (-8,7%) verloren deutlich. Die einzigen Gewinner auf den ersten Plätzen sind neben TV 14 noch TV Direkt und nur TV:

TV klar ist nicht der einzige wöchentliche Titel, der mehr als 10% der Vorjahreskäufer verloren hat. Auch die Bildwoche (-10,2%) und TV Neu (-12,6%) verloren so deutlich. Relativ glimpflich kamen bei den Weeklies vor allem zwei Klassiker davon: Die Hörzu verlor nur 1,4%, der Gong 2,8%. Die Hörzu überholte damit interessanterweise TV Spielfilm – in einem Gesamtjahr zum ersten Mal seit Mitte der 90er Jahre. Auf den Rängen 16 bis 29 des Rankings zeigt sich ein weiterer Trend: der Aufstieg der vierwöchentlichen TV-Magazine. So konnten zusätzlich zu nur TV auf Platz 11 auch TV 4Wochen, TV 4×7 und TV Sudoku mit ihren niedrigpreisigen Magazinen zulegen. Mittlerweile verkauft sich das Teilsegment alle vier Wochen rund 2,3 Mio. mal. Die 14-täglichen (9,1 Mio.) und wöchentlichen (6,2 Mio.) Titel liegen zwar noch meilenweit davor, doch die Tendenz spricht für die günstigen, dafür aber weniger aktuellen Monatstitel.

Auf gesonderte Rankings zur harten Auflage aus Abos und Einzelverkauf verzichten wir bei den Programmzeitschriften – Sonstige Verkäufe und Bordexemplare spielen hier nur eine geringe Rolle. Ausnahmen: TV Spielfilm, TV Today, TV Digital und Hörzu – hier werden jeweils etwa 90.000 bis 120.000 Hefte abseits von Abo und Einzelverkauf an den Mann gebracht. Bei "TV Spielfilm" und "TV Today" sank dieser Auflagenbestandteil im Jahr 2009 um jeweils ca. 11.000 Hefte, bei der "Hörzu" um etwa 2.000, "TV Digital" steigerte ihn hingegen sogar um fast 40.000 Hefte.

Nicht dabei sind in der Analyse die Auflagen-Giganten der Supplement-Branche wie "rtv" und "Prisma". Sie finden sich in der offiziellen IVW-Kategorisierung, die wir für unsere MEEDIA-Analysen nutzen, bei den Supplements und nicht bei den Programmzeitschriften. Eine Jahresbilanz der Supplements folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

In Teil 3 unserer IVW-Jahresbilanz widmen wir uns am Dienstag den wöchentlichen Frauenzeitschriften.

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