IBM: Gute Zahlen, schlechte Kurse

Der Auftakt war furios: Erst lieferte Intel Ende vergangener Woche glänzende Quartalszahlen, dann folgte gestern nach Handelsschluss der Computerpionier IBM mit ebenfalls starken Geschäftsergebnissen. Gewinne und Umsätze wurden gesteigert und die Analystenschätzungen überboten. Die Voraussetzungen vor dem eigentlichen Showdown von Google, Apple und Amazon in den nächsten Tagen sind also glänzend. Dumm nur: Die herausragenden Fundamentaldaten beflügeln die Aktien offenbar nicht mehr.

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Der Auftakt war furios: Erst lieferte Intel Ende vergangener Woche glänzende Quartalszahlen, dann folgte gestern nach Handelsschluss der Computerpionier IBM mit ebenfalls starken Geschäftsergebnissen. Gewinne und Umsätze wurden gesteigert und die Analystenschätzungen überboten. Die Voraussetzungen vor dem eigentlichen Showdown von Google, Apple und Amazon in den nächsten Tagen sind also glänzend. Dumm nur: Die herausragenden Fundamentaldaten beflügeln die Aktien offenbar nicht mehr.

So ist das mit den Aktienmärkten: "Die Börse benimmt sich oft wie ein Alkoholiker; auf gute Nachrichten weint sie, auf schlechte lacht sie", hat der Grandseigneur der Märkte, André Kostolany, einst das Wesen der Börse vor einem Jahrzehnt auf den Punkt gebracht.

Am Wahrheitsgehalt dieser Börsenweisheit hat sich bis heute nichts geändert. Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel vermeldete am vergangenen Donnerstag so starke Quartalszahlen wie seit Jahren nicht mehr – und wurde trotzdem am folgenden Handelstag mit Abverkäufen deutlich abgestraft.

IBM steigert Gewinn im siebten Jahr in Folge zweistellig

Dasselbe Schicksal ereilte nach Handelsschluss den Computerpionier IBM. Und zwar nach dem exakt selben Muster:  Bei 131,50 Dollar ging IBM aus dem nachbörslichen Handel – knapp zwei Prozent leichter. Was war passiert? 

Nicht weniger als Spitzenzahlen: Erstmals seit fünf Quartalen konnte "Big Blue" wieder steigende Umsätze vermelden. Dank eines leichten Zuwachses von 0,8 Prozent setzte der im Traditions-Index Dow Jones gelistete Computerhersteller  in den drei Monaten von Oktober bis Ende Dezember 27,2 Milliarden Dollar um.    
 
Der Gewinn legte im Schlussquartal indes um mehr als 10 Prozent auf 4,8 Milliarden oder 3,59 Dollar je Aktie zu. Im Vorjahr hatte IBM noch 4,4 Milliarden oder 3,27 Dollar je Aktie gerechnet.  Analysten hatten unterdessen mit 3,47 Dollar je Aktie gerechnet.  Im Gesamtjahr 2009 verdiente IBM damit exakt 10,01 Dollar und übertraf ebenfalls die eigene Prognose, die noch von 9,70 Dollar ausgegangen war. Der Traditionscomputerbauer konnte damit bereits im siebten Jahr in Folge ein zweistelliges Gewinnwachstum ausweisen.   

Trotz starker Zahlen: "Sell the News" nach Handelsschluss
 
"IBM profitiert weiterhin von seiner strategischen Neuausrichtung", erklärte Vorstandschef Samuel Palmisan mit Blick auf das wachsende Software- und IT-Geschäft. Palmisan ließ es sich dann auch nicht nehmen, der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr auf einen Gewinn in Höhe von 11 Dollar anzuheben.   

Dass Anleger getreu des Phänomens "Sell the News" die positiven Unternehmensnachrichten von IBM wie schon bei Intel  abverkauften, gehört zu den ganz eigenen Gesetzen der Börse. Vielleicht steckt hinter dem nachbörslichen Ausverkauf jedoch auch mehr: "Anleger könnten der  Meinung sein, dass Intel sein Hoch bei dem Gewinn bereits gesehen hat und die Profitabilität wieder sinken wird", ordnete etwa das Finanzportal TheStreet.com den Ausverkauf bei Intel ein, der sich nun bei IBM wiederholt.

Sind die Abverkäufe also ein Indikator dafür, dass der Wind in der Branche schon wieder dreht? Nicht für den Wall Street-Veteranen James Cramer. "Ich kann in der Technologiebranche kein Bärenmarktszenario finden", erteilt der CNBC-Marktkommentator dem IT-Sektor den Ritterschlag.  

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