Manager Magazin trennt sich von Nölting

Die Spiegelnet GmbH kürzt beim Manager Magazin weiter Stellen zusammen. Andreas Nölting, Chefredakteur des Online-Auftritts, muss seinen Schreibtisch räumen. Offiziell kommentiert der Spiegel den Fall sowie eine entsprechende Meldung von Kress.de nicht. Doch wie MEEDIA aus sicherer Quelle erfuhr, laufen die Verhandlungen über eine Aufhebung des Vertrags. Der 54-Jährige hatte die Web-Redaktion seit fast einem Jahrzehnt geführt, es aber nicht geschafft, MM Online in die Profit-Zone zu bringen.

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Für ihn rücken sein Stellvertreter Arne Stuhr und der CvD Karsten Stumm nach. Beide werden die auf weniger als zehn Köpfe schrumpfende Redaktion führen. Geschäftsführer Fried von Bismarck hatte bereits zu beginn des Jahres angekündigt, dass in der rund 20 Mitarbeiter zählenden Online-Redaktion des Manager Magazins Stellen abgebaut werden.
Andreas Nölting kam 1988 zum Manager Magazin. Zunächst war er im Ressort Unternehmen tätig, von 1994 bis 1995 als Asienkorrespondent in Hongkong, anschließend verantwortete er von Frankfurt aus die Themen Banken und Finanzpolitik. 2001 wurde er Chefredakteur von Manager-Magazin.de.
Die Strategie, die Web-Unit weitgehend unabhängig vom Printheft aufzubauen und zu vermarkten, zündete allerdings nicht. Die Vermarktung lief nur schleppend. Als die Konjunkturkrise vor allem die Wirtschaftmedien mit voller Wucht traf, wurde es schließlich eng. Der Sanierungsplan des Verlags sieht es vor, dass die Onliner künftig enger an das Hauptprodukt angedockt werden. Nölting wird nun in die Verantwortung für die aus Vermarktungssicht fruchtlosen Jahre genommen. Statt drei verantwortlichen Redakteuren wird es künftig nur noch zwei geben – angesichts der generellen Schrumpfkur bei MM Online eine nachvollziehbare Maßnahme.
Kress.de berichtet zudem von Weggängen beim gedruckten Titel. Demnach sollen neun Mitarbeitern das Heft verlassen. Die Stellen sollen aber neu besetzt und nicht abgebaut werden.

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Alle Kommentare

  1. Ich stoße gerade auf diesen Artikel und muss – auch wenn die Vorfälle schon eine Weile zurückliegen – eine kleine Fehlinterpretation korrigieren. Nölting wurde mitnichten „in die Verantwortung für die aus Vermarktungssicht fruchtlosen Jahre genommen“. Diese wohlwollende Deutung geht an den Fakten komplett vorbei. Nölting wurde gefeuert, weil die Verlagsleitung irgendwann durchschaute, dass man sich bei seiner Berufung auf einen eitlen Blender eingelassen hatte, der die Privilegien seines Amtes jahrelang für sich nutzte, ohne echten Mehrwert zu schaffen. Die Redaktion hatte das übrigens schon nach kurzer Zeit begriffen.

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