Alley Cat: Burda setzt auf Erotik-Magazin

Burda investiert in Talente: Im August wagten drei Studentinnen aus Düsseldorf das Experiment, in Eigenregie ein Erotik-Magazin für Frauen zu machen. Das Heft hört auf den Namen Alley Cat und verkaufte sich zumindest so gut, dass die Redaktion weitermachen konnte. Jetzt verkünden sie stolz auf ihrer Site: "Alley Cat und Burda Media haben sich zum Jahresbeginn 2010 zusammengetan!" Ein kluger Schachzug: Das Magazin setzt konsequent auf Lifestyle und taugt als Blaupause für einen Next-Generation-Playboy.

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Weiter heißt auf der Magazin-Webseite: "Ab sofort entsteht unser Straßenkätzchen nicht mehr im Alleingang, sondern mit tatkräftiger und professioneller Unterstützung des Münchner Verlagshauses." Wie der Deal genau aussieht ist nicht bekannt. Vor Monaten sagte Chefredakteurin Ina Küper in einem Interview mit Jetzt.de noch: "Ich werde weiterhin versuchen, die Zeitschrift in Eigenregie zu publizieren. Die Selbstständigkeit garantiert mir totale kreative Freiheit und das Recht, Alley Cat so umzusetzen, wie es mein Konzept vorsieht." Allerdings schloss sie bereits damals eine Zusammenarbeit mit Investoren und oder Verlagshäusern "nicht grundsätzlich aus".

Für das Medienhaus macht der Deal Sinn. Denn Küper und ihre beiden Mitstreiterinnen Marlene Burba und Jana Vetter können mit ihrem Ally Cat-Ansatz dem Thema Erotik bei Burda eine ganz neue Perspektive verschaffen. Bislang bearbeitet dieses Feld überwiegend der Playboy. Doch das Heft kämpft seit Jahren mit sinkenden Auflagen. So verkaufte das Magazin für gepflegte Herren-Erotik im vierten Quartal 2008 noch 256.866 Exemplare. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Minus von 8,9 Prozent.

Auf der Webseite von Ally Cat erklären die Macherinnen ihr Konzept: "Das aufwendig gestaltete Hochglanz-Heft ist ein Potpourri sinnlicher Themen: Erotische Bildstrecken schmiegen sich an Erfahrungsberichte, Sextipps und humorige Kolumnen." Vor allem aber setzt das Magazin auf Porträts, Interviews und Reportage – natürlich zu potentiell erotischen Themen. Allerdings: "Alley Cat beleuchtet das Erotische aus vollkommen neuer, aus weiblicher Sicht, und betrachtet Sexualität als ein sinnliches Lifestyle-Thema."

Auch unter der Aufsicht von Burda wollen die Macherinnen ihre Mission nicht aus dem Auge verlieren: "Unser Ziel ist es nicht, aus unseren Leserinnen perfekte Liebhaberinnen, Blow-Job-Professionals oder abgebrühte Verführungskünstlerinnen zu machen", erklären Küper & Co. ihre Philosophie. "Wir wollen sie dazu animieren, den eigenen Körper zu lieben, und herauszufinden, was sie selbst glücklich macht!"

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