Skandal-Moderator Ross verlässt BBC

Der populärste und umstrittenste Moderator des britischen Fernsehens verlässt die BBC: Jonathan Ross hat auf einer eigenen Pressekonferenz angekündigt, den öffentlichen-rechtlichen Sender mit Ende seines Vertrags zu verlassen. Damit ist er wahrscheinlich schwerwiegenden Sanktionen seines Arbeitgebers zuvor gekommen: Zuletzt war - als Reaktion auf wütende Proteste der Öffentlichkeit - eine Halbierung seines auf sechs Millionen Pfund pro Jahr taxierten Vertrags diskutiert worden.

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Jonathan Ross, dessen satirisch-krawallige Grenzgänge gelegentlich mit einigen Shows der Schmidt-Pocher-Ära verglichen wurden, ist offenbar zu lange zu weit gegangen. Höhepunkt seines umstrittenen Wirkens war eine Radio-Show im Oktober 2008, bei der Ross – als Gast eines anderen Moderators – einen Schauspieler mit fingierten, äußerst provozierenden Anrufen verfolgte.
Der allenfalls halb freiwillige Rückzug des Moderators ist richtig aber nur im Zusammenhang der Legitimationskrise der BBC zu verstehen. Der Sender steht seit Monaten wegen seiner – in den Spitzenregionen – üppigen Gehälter und Honorare unter Druck und versucht, mit Gesten der Sparsamkeit und einer Rückbesinnung auf den öffentlichen Auftrag gegenzusteuern. Da war für eine kontroverse und teure Figur wie Ross kein Platz mehr.

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