Anzeige

Trash-TV „DSDS“: Harte Kritik an RTL

Alle Jahre wieder: Zum Start der neuen "DSDS"-Staffel sorgt RTL mit einer kalkulierten Provokation für möglichst viel Aufsehen. Neu ist allerdings, mit welcher routinierten Perfektion die Kölner bei der gestrigen Auftaktfolge das TV-Niveau auf einen bisher nie gewesenen Tiefstand absenkten. Zum wohl ersten Mal wurde ein Kandidat vom Sender vorgeführt, weil er sich in die Hose gepinkelt hatte. Gegenüber MEEDIA kommentierte der Sender den Vorfall ähnlich routiniert, wie man ihn ausgeschlachtet hatte.

Anzeige

Der nasse Fleck in der Hose des Kandidaten war natürlich die passende Steilvorlage für Dieter Bohlen. Spitzfindig stellt er gleich die entscheidende Frage: „Hast du etwa in die Hose gepieselt?“. Nach dem der verängstigte Azubi sein Malheur zugegeben hatte, bekam er gleich noch eine große Portion Lebenshilfe vom Pop-Titan. "Pass auf. Nach dem Rausholen musst du ihn gut abschütteln und wenn das noch immer nicht reicht: R-O-T-A-T-I-O-N". Welt Online kommentiert: "Schlimmeres Trash-TV geht wirklich nicht. Spätestens hier wird deutlich: Nicht die Kandidaten, sondern der Juror Dieter Bohlen ist peinlich."

Der Sender glaubt nicht, dass er in diesem Fall den Kandidaten vor sich selbst hätte schützen müssen und die Szene weglassen sollen. "Wir zeigen, was beim Casting passiert. Wenn sich ein Kandidat mit nasser Hose vor die Jury stellt, darf er sich nicht wundern, wenn er darauf angesprochen wird", sagt RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer gegenüber MEEDIA.

Die TV-Macher argumentieren, dass niemand mehr überrascht sein darf, wenn er feststellt, dass das Fernsehen ihn zum Deppen der Nation machen würde. "Wir sind jetzt in der siebten Staffel von DSDS. Wer sich bewirbt, sollte wissen, wie die Sendung abläuft", sagt Eickmeyer. Passend dazu merkt Peer Schader bei Spiegel Online an, dass die Kandidaten vor allem eine Sache immer nicht begreifen würden: "Diese Show ist keine Chance, sondern eine Hinrichtung."

Für den zweiten Aufreger sorgte Christian Brauner. Der 22-Jährige ließ sich von den TV-Profis dazu überreden auf einer Wiese Sex-Trockenübungen vorzuführen. Der Grund: Er hatte noch nie in seinem Leben Geschlechtsverkehr und könnte sich sein erstes Mal gut mit Jurorin Nina Eichinger vorstellen. Also durfte der junge Mann schon mal üben. Deutschland sah zu. Christian Brauner ist jetzt ein weiterer Freak, den RTL zur besten Sendezeit vorführte und so die Quote in die Höhen treibt.

Treffend stellt der Tagesspiegel fest: "Es gibt übrigens eh nur zwei Sorten von Männern, die bei "DSDS" mitmachen: Die, die noch nie Sex hatten, und die, die Kinder haben und für die sorgen wollen, in dem sie mit dem, was sie für Musik halten, Geld verdienen."

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige