Reed Elsevier muss Abstoßen und Zumachen

Der britisch-niederländische Medienkonzern Reed Elsevier wird große Teile seines US-Geschäfts durch den Verkauf und die Schließung einzelner Titel aufgeben. Die "Financial Times" zitiert aus einer internen Mail des US-Chefs John Poulin, nach der dies in jedem Fall zu Verlusten bei den 2300 Arbeitsplätzen des Unternehmens in den USA führen werde. Erstes Opfer ist "Video Business"; das Entertainment-Blatt "Variety" soll indes gehalten werden.

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Die verlustreiche amerikanische Reed Elsevier-Dependance RBI US sollte schon 2008 komplett verkauft werden, fand aber keine Interessenten zum damals geforderten Preis. Nun bleibt offenbar nur der stückweise Verkauf  zahlreicher Titel aus dem Bereich der Branchen- und Fachinformation, die das Kerngeschäft des Konzerns ausmachen.
Auch Gruner + Jahr hatte sich damals um einen Kauf des Medienhauses bemüht. Der Hamburger Verlag gab in der zweiten Bieterrunde noch ein unverbindliches Angebot ab. Doch dann hatte der damalige G+J-Chef Bernd Kundrun beschlossen, die Übernahme abzublasen. Hintergrund sollen die Umsatzeinbrüche im Anzeigengeschäft Reed Elsevier gewesen sein. 
Das Fachblatt "Video Business" ist am 4. Januar nach 29 Jahren zum letzten Mal erschienen, nach Informationen von PaidContent.org sind auch MBT (Manufacturing Business Technology) und "Industrial Distribution" geschlossen. Das traditionsreiche Hollywood-Blatt "Variety" hat sich kürzlich online nahezu komplett hinter einer "Pay Wall" verschanzt und steht angeblich nicht zum Verkauf.

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