Kabel Deutschland sperrt sich gegen HDTV

Die Kabel Deutschland GmbH (KDG) will im Free-TV vorerst kein hochauflösendes Fernsehprogramm anbieten. Vorstandschef Adrian von Hammerstein gibt sich in der hitzig geführten Diskussion gelassen. Es gebe keinen Grund, dem Kunden die Wahlmöglichkeit zu nehmen, zitiert die „SZ“ den 56-Jährigen, der analoges Fernsehen sogar dann noch anbieten will, wenn alle Sender längst digital ausstrahlen. Streitpunkt ist die Forderung der Sender, für ihre HD-Programme an den Kabelgebühren beteiligt zu werden.

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Für die unter der Anzeigenkrise leidenden privaten TV-Stationen könnte HDTV eine neue zusätzliche Einnahmequelle liefern. Die digitale Verbreitung für Fernsehsender bietet nämlich weitere interessante Formate. So entstehen neue Spartenkanäle und  Abruf-TV ermöglicht das Fernsehprogramm so wie der Kunde es wünscht. Davon wollen die Sender profitieren und fordern eine Beteiligung an den Einnahmen der Kabelgebühren.

Die Reaktion der KDG holt die Endverbraucher mit ins Boot. Die Sender wollten den Kabelkunden für HD Mehrbelastungen aufbürden, lies Kabel Deutschland in dieser Woche verbreiten und kehrte die Forderung der Sender kurzerhand um: Bei einer Kostenbeteiligung durch die Sender könne die HD-Einspeisung sofort beginnen.
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Inzwischen sind die neuen hochauflösenden Programme über das Satelliten-Programm SES Astra zu empfangen. Nach einem Gratis-Jahr wird SES Astra seine Kunden mit 50 Euro pro Monat zur Kasse bitten und die Sender entsprechend an den Einnahmen beteiligen. Dies scheint allerdings keinen Druck auf Hammerstein auszuüben. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sie müsse dem Kunden schon was bringen, sagt der KDG-Vorstandschef. Der Kabelnetzbetreiber hat die Möglichkeit, digitale Signale in analoge umzuwandeln.

Die Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen ist so gut wie beschlossen. Die Landesmedienanstalten wollen spätestens 2012 die analoge Verbreitung einstellen. Bereits jetzt strahlen viele Sender ihre Programme in HD-Qualität aus. Die RTL-Sender starteten im November ihr HD-Programm, die ProSiebenSat.1-Gruppe zieht Anfang nächsten Jahres nach. Auch ARD und ZDF haben den HD-Betrieb für Februar 2010 angekündigt.

Kabel Deutschland mit Sitz in Unterföhring  versorgt nach eigenen Angaben neun Millionen Haushalte in 13 Bundesländern. Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt 1,37 Milliarden Euro. KDG hat kürzlich das Geschäftsmodell erweitert, indem es Breitband-Internet und Telefon im Paket anbietet. 

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