Kein Cent zuviel: Steuertipps für Journalisten

Das alte Jahr ist beinahe vorüber, 2010 steht vor der Tür. Und damit auch für viele Angestellte und Freiberufler die verflixte jährliche Steuererklärung. Höchste Zeit also, Quittungen, Belege und Unterlagen zusammenzusuchen und um jeden Steuercent zu kämpfen. MEEDIA verrät Ihnen, was sich im nächsten Jahr für Ihre Finanzen ändert, warum Ihnen die Abwrackprämie zum Verhängnis werden könnte und wie Sie als Journalist oder Medienmanager kräftig Steuern sparen können.

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Was ändert sich 2010 für Angestellte und Freiberufler? Wir erklären es Ihnen und geben Ihnen noch einige nützliche Finanztipps mit auf den Weg ins neue Jahr.

Neue Grundfreibeträge für Steuerzahler
Für Steuerzahler gelten ab Januar 2010 neue Grundfreibeträge. Dieses Jahr beträgt der Grundfreibetrag, bis zu dem Einkommen steuerfrei sind, für Alleinstehende noch 7834 Euro. Für Ehepaare 15.669 Euro im Jahr. Künftig erhöht sich der Freibetrag: für Alleinstehende auf 8004 Euro und für Ehepaare auf 16.009 Euro im Jahr.

Neue Höchstbeträge bei Versicherungen
Seit 2005 sind Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung und für ­Verträge wie Arbeitslosen- oder Haftpflichtversicherungen nur in engen Grenzen Sonderausgaben. Die Höchstbeträge betragen:

  • 1500 Euro für Angestellte, Rentner, Beamte, Pensionäre und mitversicherte, nicht berufstätige Ehepartner,
  • 2400 Euro für Selbstständige, für nicht berufstätige, privatversicherte Ehepartner und für Ehepartner von Beamten ohne eigenen Beihilfeanspruch.
  • Die ersten 4402 Euro erkennt das Finanzamt voll an.
  • Weitere 1334 Euro zählen zur Hälfte.
  • Maximal zieht das Finanzamt 5069 Euro im Jahr ab. Ehepaare erhalten doppelt so hohe Beträge.

    Mit dem Bürgerentlastungsgesetz sind Beiträge zu Krankenversicherung und zur Pflegepflichtversicherung jetzt steuerlich geltend zu machen. Im Gegenzug zählt Schutz wie Arbeitslosen- und Haftpflichtversicherungen nicht mehr mit. Die Kosten dafür sind nur noch Sonderausgaben, wenn Steuerzahler für die Grundversorgung in der Kranken- und Pflegeversicherung weniger als diese Beträge ausgeben:

  • 1900 Euro beträgt der Höchstbetrag für Angestellte, Rentner, Beamte, Pensionäre und mitversicherte, nicht berufstätige Partner.
  • 2800 Euro beträgt der Höchstbetrag für Selbstständige, für nicht berufstätige, privatversicherte Partner von Beamten ohne eigenen Beihilfeanspruch.

Als Versicherter können Sie Schutz wie Arbeitslosen- und Haftpflichtversicherungen mit abrechnen, bis sie den Höchstbetrag von 1900 Euro bzw. 2800 Euro im Jahr ausgeschöpft haben.

Aufpassen bei der Abwrackprämie
Gewissenhaft Buch führen sollte, wer in diesem Jahr als Selbständiger trotzdem die Abwrackprämie in Anspruch genommen hat. Eigentlich gab es die staatliche Unterstützung nur für Privatpersonen. Durch einen kleinen Trick haben auch Selbstständige von der Finanzspritze profitiert. Das ist der Finanzverwaltung jetzt aufgefallen. Einige Unternehmer und Freiberufler haben das neue Auto offiziell privat erworben und erst anschließend als Dienstwagen angemeldet. Das war nicht erlaubt. Die Oberfinanzdirektion Hannover weist in einem aktuellen Erlass darauf hin, dass Betriebs- oder Umsatzsteuersonderprüfer bei dem Besuch von Selbstständigen ganz genau in die Buchführung schauen sollen.

Vom Wachstumsbeschleunigungsgesetz profitieren
Das steuerliche Sofortprogramm der Bundesregierung soll ab dem 1. Januar 2010 greifen und entlastet in erster Linie Familien: Die Kinderfreibeträge für jedes Kind werden angehoben. Statt 6.024 Euro sollen sie ab dem Veranlagungszeitraum 2010 insgesamt bei 7.008 Euro liegen. Zeitgleich wird das Kindergeld erhöht. Es steigt für jedes Kind um 20 Euro. Das hilft vor allem Familien mit kleinem und mittlerem Einkommen. Für das erste und zweite Kind soll es damit statt 164 Euro 184 Euro geben, für das dritte 190 Euro, ab dem vierten Kind 215 Euro.

Das Gesetz soll aber auch die Abschreibungsregeln für Unternehmer ändern. Die Bundesregierung plant damit eine Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern bis 410 Euro. Schon im Jahr der Anschaffung können dadurch Unternehmer von steuerlichen Vorteilen durch die Abschreibung profitieren. Alternativ dazu soll es auch möglich sein, einen Sammelposten für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 Euro und 1.000 Euro einzurichten.

Weihnachtszeit, Spendenzeit
Durch Spenden an eine gemeinnützige Einrichtung sparen Sie Steuern. Erkennen kann man die "steuerrechtliche Gemeinnützigkeit" an Hinweisen im Infomaterial, beispielsweise "Spenden sind steuerbegünstigt" oder "gemeinnützig im Sinne der Paragraph 51 ff. der Abgabenordnung". Spenden für steuerbegünstigte Zwecke können Sie einheitlich bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte als Sonderausgaben geltend machen. Voraussetzung für eine Steuerminderung ist eine vom Spendenempfänger ausgestellte Zuwendungsbestätigung. Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht der Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung der Bank in Verbindung mit einer Angaben des Spendenzwecks der hilfstätigen Organisation.

Reisekosten mit privatem Pkw
Oft genug kommt es vor, dass man als freier Journalist seinen privaten, oder den privaten Pkw seines Ehegatten für betriebliche Fahrten nutzt. Sei es aus Gründen der Bequemlichkeit oder weil der Dienstwagen gerade in der Werkstatt ist. Fehlt es bei diesen Fahrten an einem besonderen Nachweis bzgl. der Verwendung, fallen diese Fahrten steuerlich unter den Tisch. Deswegen sollten Sie einen Reisekostennachweis führen. In den darin enthaltenen Abrechnungsformularen findet sich eine gesonderte Spalte für betriebliche Fahrten mit dem privaten Pkw. Bei diesen Fahrten können 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer abgesetzt werden.

Bewirtungskosten können geteilt werden
Gerade in der Medienbranche sind Arbeitsessen ein gängiges Mittel, um mit Kollegen oder Kunden über neue Projekte zu verhandeln. Seit Anfang 2004 dürfen Aufwendungen für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichen Anlass nur noch zu 70 Prozent gewinnmindernd abgesetzt werden. Gerechtfertigt wird diese Abzugsbeschränkung damit, dass laut Gesetzgeber der Spesenabzug missbräuchlich ausgenutzt werden. Weiterhin zu 100 Prozent absetzbar sind Bewirtungskosten aus betrieblichen Anlass. Das sind Kosten zur Bewirtung von Arbeitnehmern, z.B. im Rahmen von Betriebsfesten oder von Arbeitsessen. Deswegen kann es sich lohnen, bei größeren Anlässen die Bewirtungskosten, die aus geschäftlichen Anlass entstehen, in Mietkosten und in Kosten für Speisen und Getränke aufzuteilen. Das können Sie tun, indem Sie mit dem Gastwirt vereinbaren, bei Speisen und Getränken Sonderkonditionen zu gewähren und im Gegenzug für den Besprechungsraum Mietkosten in Rechnung zu stellen. Die Mietkosten sind dann nicht nur zu 70 Prozent, sondern in voller Höhe absetzbar.

Als Freiberufler sind Sie natürlich in finanzieller Hinsicht auf sich allein gestellt. Dafür gewährt Ihnen der Fiskus aber mehr Möglichkeiten, Ausgaben steuerlich geltend zu machen. Die wichtigsten Finanztipps haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt:

Weihnachtsgeschenke absetzen
Unter bestimmten Bedingungen dürfen Sie Geschenke an Geschäftsfreunde steuerlich geltend machen. Schreiben Sie aus diesem Grund die Art der geschäftlichen Beziehung, den Namen des Empfängers sowie den Anlass für das Geschenk auf die Rechnung. Geschenke sind nur bis zu einer Höhe von 35 Euro abzugsfähig. Auch zu Weihnachten.

Reisekosten geltend machen
Journalisten sind oft unterwegs. Anfallende Kosten in Form von Fahrtkosten, Verpflegung oder Übernachtungskosten werden unterschiedlich vom Fiskus behandelt. Verpflegungsmehraufwendungen werden pauschaliert behandelt. Unter acht Stunden gibt es keine Rückerstattung vom Finanzamt, bei 24-stündigen Aufenthalten 24 Euro. Bei Übernachtungskosten sind keine Pauschbeträge absetzbar. Sie werden gesondert behandelt.

Telefon, Fax, Internet
Neben Block und Kugelschreiber gehören moderne Kommunikationsmittel zu den wichtigsten Arbeitshilfen des Journalisten. Das Verhältnis von privater und beruflicher Nutzung lässt sich beim Telefon über einen Einzelverbindungsnachweis feststellen. Auch die Grundgebühr ist absetzbar. Internetverträge werden ebenfalls oft beruflich genutzt. Hier wird der Anteil der gewerblichen Nutzung oft geschätzt.

Computer gestaffelt abschreiben
Ein beruflich benutzter Computer kann abgeschrieben werden. Alle Bestandteile müssen zusammengefasst und einheitlich abgeschrieben werden. Das Gerät selbst muss über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Die Abschreibungstabelle ("Absetzung für Abnutzung", kurz Afa) gibt eine Nutzungsdauer von drei Jahren für Computer und Notebooks vor.FachliteraturFachliteratur können Sie sofort abschreiben. Schreiben Sie auf die Quittung unbedingt den Titel der Publikation.

Arbeitszimmer steuerlich geltend machen
Im Streit um die Absetzbarkeit der Kosten für ein Arbeitszimmer hat der Bundesfinanzhof den Steuerzahlern in diesem Jahr Hoffnung gemacht. Das oberste deutsche Finanzgericht äußerte in einer Entscheidung Zweifel daran, ob das seit 2007 geltende Verbot, das häusliche Arbeitszimmer abzusetzen, verfassungsgemäß ist. Das Gericht entschied in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren, dass die Arbeitszimmerkosten bei einem Lehrer, dem kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, zu berücksichtigen sind. Selbiges dürfte auch für freiberufliche Journalisten gelten, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit in ihrem Arbeitszimmer verbringen.

Gründungszuschuss beantragen
Das Wichtigste vorab: Der Antrag auf Gründungszuschuss muss vor Beginn der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit bei der für den Wohnsitz zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden. Die Gesamtförderung beträgt maximal 15 Monate und ist in zwei Phasen gegliedert: Neun Monate gibt es einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes, plus 300 Euro. Sechs weitere Monate werden nach Antragstellung 300 Euro gezahlt. Das Geld ist eine staatliche Subvention und braucht nicht zurückgezahlt werden.

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Die Verwertungsgesellschaft verwaltet die Tantiemen aus Zweitnutzungsrechten an Sprachwerken auch von Funk und Fernsehen in Deutschland. Berechtigte sind Autoren, Übersetzer und Verleger von schöngeistigen und dramatischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten, die der Urheber der VG Wort per Meldekarte oder per Onlineverfahren angezeigt hat. Beiträge und Lieferungen können nur bis zum 31. Januar des darauffolgenden Jahres gemeldet werden. Wenn Sie selbständig sind und Umsatzsteuer abführen, müssen Sie der VG Wort Ihre Umsatzsteuer-Identnummer mitteilen. Der Steuersatz für die Ausschüttungen beträgt 7 Prozent. Das heißt, dass nur dieser Satz erstattet werden kann, auch wenn Sie vielleicht 16 oder 19 Prozent abgeführt haben.

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