Googles Weg zur „intuitiven Suche“

Mehrsprachig, personalisiert und intuitiv: Google will seine Kernkompetenz, die Websuche, möglichst rasch um soziale Aspekte der Internetnutzung erweitern. Nur wenige Tage nach der Vorstellung viel beachteter Neuerungen im Bereich "Echtzeit-Suche" hat Entwicklungschefin Marissa Mayer dem englischen "Telegraph" die kommenden Ziele dargelegt. Googles nächste Schritte werden die Datenschützer alarmieren: Mayer will jedem Nutzer eine "eigene, personalisierte Version des Internets" eröffnen. Es geht um die Vernetzung aller verfügbaren Daten, mit Google im Zentrum.

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Der – vermutlich wegen der Exklusivität des Gesprächs – äußerst wohlwollende "Telegraph"-Bericht über die Pläne von Marissa Mayer beginnt vergleichsweise harmlos mit automatischen Übersetzungs-Tools, die Suchanfragen in fremde Sprachen übersetzen und die darüber erzielten Treffer für den Nutzer in die Ausgangssprache übertragen. 
Brisanter ist zweifellos die Einbindung von Freundes-Netzwerken in jeden Suchvorgang: Status-Updates von Twitter, Facebook und anderen sollen idealerweise denen präsentieret werden, die sich dafür interessieren könnten. Mayer: "Wir wollen, dass jeder Nutzer seine eigene, personalisierte Version des Webs über die Suche erschließen kann." Davon ist der Suchgigant noch weit entfernt, auch die neuen "Real-time"-Elemente aus Facebook und anderen Quellen liefern natürlich nur Daten, die als "öffentlich" freigegeben sind.
Offenbar träumt Marissa Mayer aber davon, solche privaten Grenzen zu überwinden. Mayer: "Die Struktur der sozialen Netzwerke und die Freigabe-Regeln in diesen Netzwerken zu verstehen, wird uns bei der Suche weiterbringen."  Wer sich bei Google einloggt und keine Einwände gegen Cookies hat, wird womöglich schon bald ein ganz neues Such-Erlebnis haben.

Doch Mayers Gedankenspiele, die erfahrungsgemäß nicht weit von der Realität ihrer Such-Ingenieure entfernt ist, gehen noch weiter. "Telegraph"-Autorin Emma Barnett schreibt: "Das große Ziel  von Mayer ist eine intuitive Suche. Sie möchte, dass Google den Nutzer Informationen liefert, bevor sie selbst wissen, dass sie danach suchen." Die Managerin nennt den angestrebten Zugriff  auf möglichst viele persönliche Informationen "omnivorous" – Google als "Allesfresser".
Blog-Autor Marshall Kirkpatrick (Read/WriteWeb) fühlt sich an den Spielberg-Film "Minority Report" erinnert,  in dem Hellseher ("Precogs") zukünftige Verbrechen anzeigen. Kirkpatrick: "You didn’t think Google was going to leave a Minority Report type future untouched, did you?

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