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AOL-Abspaltung mäßig erfolgreich

Unspektakulärer erster Handelstag für die AOL-Aktie. Neun Jahre nach der Fusion mit TimeWarner wurde der Anbieter von Internet-Zugängen gestern erstmals wieder eigenständig an der amerikanischen Börse NYSE gehandelt. Mit nur noch 2,5 Milliarden Dollar ist der Internet-Pionier ein Bruchteil seiner früheren Marktkapitalisierung wert. Erste Marktbeobachter halten das für zu wenig und glauben, die Negativszenarien seien damit eingepreist. AOL gilt als Turnaroundstory.

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Unspektakulärer erster Handelstag für die AOL-Aktie. Neun Jahre nach der Fusion mit TimeWarner wurde der Anbieter von Internet-Zugängen gestern erstmals wieder eigenständig an der amerikanischen Börse NYSE gehandelt. Mit nur noch 2,5 Milliarden Dollar ist der Internet-Pionier ein Bruchteil seiner früheren Marktkapitalisierung wert. Erste Marktbeobachter halten das für zu wenig und glauben, alle Negativszenarien seien damit eingepreist. AOL gilt als Turnaroundstory.  
 
Tim Armstrong ist der Mann der Stunde. Gestern um 9 Uhr 30 amerikanischer Zeit läutete der ehemalige Google-Manager und heutige AOL-CEO die Eröffnungsglocke der New York Stock Exchange, um damit selbst buchstäblich eine neue Ära einzuleiten – die der neuen, alten Selbstständigkeit von AOL.

Neun lange Jahre war der einstige Platzhirsch der Internetbranche nicht mehr als schmückendes, dann bald lästiges Beiwerk von TimeWarner. Auf die Fabelbewertung von 240 Milliarden Dollar kam fusionierte Internet-Medien-Powerhouse einst, könnte indes nie die hohen Erwartungen eines vollstänig integrierten Medienkonzerns im 21. Jahrhunderts erfüllen. Entsprechend war der Schlussstrich unter die unglückselige Beziehung am des Jahrzehnts die einzige Option für Time Warner-CEO Jeff Bewkes. "Wir glauben, dass die Trennung das beste Ergebnis für Time Warner und AOL ist", erklärte Bewkes den Schlussstrich.

Henry Blodget: "AOL ist unterbewertet"

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Aktionäre von Time Warner waren ganz offenkundig auch dieser Meinung und schickten die Anteilsscheine ihres Unternehmens am Tag eins ohne AOL um mehr als vier Prozent nach oben. Nicht so AOL: Nach einem relativ unspektakulären Handelsverlaufs chloss die AOL-Aktie bei 23,52 Dollar ganze 0,63 Prozent schwächer, um nachbörslichen dann wieder in Richtung 24 Dollar zuzulegen.

Bei einem Börsenwert von 2,5 Milliarden Dollar mehren sich jedoch die Stimmen, die die Aktie inzwischen für nicht richtig bewertet halten. "AOL ist unterbewertet", erklärt etwa der frühere Internetaktienanalyst Henry Blodget, der heute redaktionell das Technologieportal "Alley Insider" verantwortet.

"Das Unternehmen wird genau einmal mit den Umsätzen des nächsten Jahres bewertet", rechnet Blodget vor und räumt ein, dass selbst, wenn AOL in den nächsten Jahren nicht den Turnaround gelingen sollte, die Verkäufe und die Geschäftserlöse den gegenwärtigen Börsenwert übersteigen sollten. Im vergangenen Quartal verdiente AOL immerhin noch 133 Millionen Dollar bei Umsätzen von 777 Millionen Dollar.

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