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„Googled“ – das Medienbuch des Jahres

In den USA ist gerade ein Buch herausgekommen, das ein Muss für jeden im Mediengeschäft ist und sich ideal als Lektüre in den ruhigeren Nach-Weihnachtstagen eignet: "Googled: The end of the World as we know it". Bestseller-Autor Ken Auletta erzählt darin weit mehr als die bekannte Google-Story, er befasst sich mit Googles Auswirkungen auf das Old Media-Business. Auf über 300 Seiten schildert er, wie langsam und überheblich die Medienkonzerne reagiert haben – und wie hilflos sie heute sind.

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In den USA ist gerade ein Buch herausgekommen, das ein Muss für jeden im Mediengeschäft ist und sich ideal als Lektüre in den ruhigeren Nach-Weihnachtstagen eignet: „Googled: The end of the World as we know it“. Bestseller-Autor Ken Auletta erzählt darin weit mehr als die bekannte Google-Story, er befasst sich vor allem mit Googles Auswirkungen auf das Old Media-Business. Auf über 300 Seiten schildert er, wie langsam und überheblich die US-Medienkonzerne reagiert haben – und wie hilflos sie heute Google gegenüberstehen. Auletta: „It is a story how the tradional media woke up to realize, o God, these guys are eating our lunch“.
70% aller Suchanfragen gehen heute über Google, 40% aller Online Werbe-Ausgaben landen in der Konzernzentrale in Mountain View. Google ist, wie es in den USA so schön heißt, „a noun and a verb“. Google ist längst nicht nur eine Suchmaschine, Google steht auch für Gmail, Google News, Google Earth, den neuen Chrome Browser und das Operating System Android. 
Ken Auletta ist einer der besten Medienjournalisten der Welt, etwa in der Preisklasse von Michael Wolff („Murdoch – The Man who owns the news“). Seit 15 Jahren schreibt er den Medienteil vom elitären Condé Nast-Blatt „The New Yorker. Einige seiner 11 Bücher wie „Three Bild Mice: How the TV Networks Lost Their Way“ (1991), „The Highwayman: Warriors of the Information Superhighway“ (1997) oder „Backstory: Inside the business of News“ (2003) sind Bestsellern geworden.  
Für sein neuestes Werk Googled – The End of the World As We Know it  hat es Auletta geschafft, Zugang zu den ansonsten gegenüber der Presse eher zurückhaltenden Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page zu bekommen. Er meint, eines der Erfolgsgeheimnisse von Google – „the secret sauce“ – läge darin, dass die Company von Ingenieuren geführt würde. „Engineers are people who start from an assumption. The assumption is that the tradional media world is inefficient. It is inefficent to cut down trees and have trucks belching pollution and delivering newspapers. Why does it have to be this way?  Why can’t we have public newspapers online much more cheaply? Why can’t we do ads and know who“ actually buying our products?“ 
Ausführlich schildert Auletta Googles Kampf gegen die „Bears“. Etwa gegen Rupert Murdoch, „the audacious and sometimes outrageous media mogul“, für den Google ganz oben auf der Feindeliste steht. Oder gegen Microsoft. Und dann befasst er sich mit der Frage „Is Old Media Drowning?“. Interessant ist seine Einschätzung zur Zukunft der „New York Times“. Er glaubt nicht, dass die Sulzberger-Familie die Zeitung halten kann. Aber: „There will always be a buyer for the Times“. 
Auletta sieht durchaus auch Gefahren für Google selbst, etwa durch Facebook und Twitter: „Imagine you want to buy a camera. Would you rather have the advice of 20 friends whom you know and trust and who share their experience with cameras, or 20,000 or so links from a Google search? Google knows the answer to that question, which is why it tried — and failed — to acquire Twitter last spring.” 
„Googled – The End of the World As We Know it“  ist ein großartiges Buch geworden. Seine einzige Schwäche ist vielleicht, daß es fast zu viele Details bringt.

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