„Pay Wall“: Johnston kommt Murdoch zuvor

Während alle Welt auf die angekündigten Bezahl-Modelle von Rupert Murdochs News Corp. wartet, ist ein britischer Verleger von Regionalzeitungen zur Tat geschritten: Johnston Press hat am Montag im Internet ein "Paid Content"-Experiment mit sechs seiner derzeit 286 Titel begonnen. Die drei Wochenzeitungen "Southern Reporter" (Schottland), "Northumberland Gazette" und "Whitby Gazette" bieten Web-Abonnements für fünf Pfund pro Quartal an.

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Die im schottischen Edinburgh beheimatete Verlagsgruppe betont, man wolle Informationen über Wünsche und Zahlungsbereitschaft der Leser sowie die Reaktionen von Anzeigenkunden gewinnen, weitere Entscheidungen seien völlig offen.
Drei weitere Lokalblätter – "Carrick Gazette", "Worksop Guardian" und "Ripley and Heanor News" – bieten online nur noch Zusammenfassungen ihrer Artikel. Johnston Press ist der zweitgrößte Regionalverlag in Großbritannien.
Im "Guardian" unterstützt der Journalistik-Professor Tim Luckhurst die Aktion in einem Gastbeitrag ("Why journalism needs paywalls") mit flammenden Worten: das Verschenken wertvoller Inhalte im Internet sei auf Dauer eine Gefahr für die Demokratie. Luckhurst: "When accurate reporting dies it is usually replaced by gossip, prejudice and bigotry."

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