Digital-Offensive der Printmedien

Zahlreiche Printmedien bereiten neue digitale Ableger ihrer Kernmarken vor. Im Mittelpunkt stehen dabei entweder Mini-Programme für das iPhone (Apps) oder elektronische Magazine (E-Mags), die beispielsweise auch auf neuartigen elektronischen Lesegeräten genutzt werden können. Der "kress report" berichtet, dass der "Spiegel" die gesamten Inhalte des Heftes auf eine kostenpflichtige iPhone-App bringen will. Der "stern" bastelt laut einem Bericht an einem kostenpflichtigen E-Mag ähnlich dem der "Welt am Sonntag".

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Das geplante E-Mag des "stern" sei so konkret, das dafür bereits ein neues Honorarmodell für Fotografen entwickelt wurde, schreibt das Medienmagazin "ViSdP". „Es wird ein Angebot, das den ’stern‘ mit allen Artikeln und Fotos umsetzt“, zitiert "ViSdP" "stern"-Fotochef Andreas Trampe aus dem "Freelens"-Magazin. Dazu passt allerdings nicht die Aussage, das dieses E-Mag des "stern" auch auf E-Book-Lesegeräten wie Amazons Kindle laufen soll. Der Kindle ist aufgrund seines eingeschränkten Schwarzweiß-Bildschirms für üppige Fotostrecke á la "stern" denkbar ungeeignet. Das gleiche gilt auch für andere E-Book-Reader auf dem Markt.

Weiter ist man schon bei Axel Springer. Dort ist eine Preview-Ausgabe des 1,50 Euro teuren E-Mags der "Welt am Sonntag" bereits erschienen. Das Format setzt auf die moderne Flash-Technik und wirkt wie geschaffen für neuartige Ausgabegeräte wie den erwarteten, aber unbestätigten Tablet-Computer von Apple. Mit dem kalifornischen Computerhersteller hat gerade der "stern" unangenehme Erfahrungen gemacht. Die iPhone-App des Magazins wurde wegen einer freizügigen Bilderstrecke von Apple kurzzeitig gesperrt. Mittlerweile haben sich die Wogen aber wieder geglättet.

Die Prüderie bei Apple dürfte man auch bei Springer misstrauisch beäugen. Sollte die iPhone-App von Bild.de, die für Dezember angekündigt ist, ohne die typischen Nackedeis auskommen müssen? Man wird sehen. Ebenfalls im Dezember starten soll die kostenpflichtige iPhone-App von Welt.de Während Springer auf kostenpflichtige iPhone-Apps setzt, wollen "stern" und "Focus" ihre Apps weiter gratis anbieten. In beiden Häusern setzt man eher auf höhere Werbe-Einnahmen durch steigende Reichweite. Gruner+Jahr plant neben der "stern" App weitere iPhone-Programme u.a. für "Gala" und die "Financial Times Deutschland".

Anders bei "Spiegel Online". Chefredakteur Rüdiger Ditz sagte dem "kress report", dass er wegen des gut angenommen Mobilportals keinen Grund für eine Spiegel Online App für das iPhone sieht. Eine andere App wird es freilich trotzdem geben. Noch vor Weihnachten sollen iPhone-Nutzer den kompletten Heft-Inhalt auf ihrem Mobiltelefon lesen können. Eine iPhone-Ausgabe soll aber mit rund 3,70 Euro genauso teuer werden, wie das gedruckte Heft. Das ist eine ambitionierte Preisgestaltung.

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