Easyjet zieht Bordmagazin zurück

Der britische Billigfluganbieter Easyjet hat mit der November-Ausgabe seines Kundenmagazins "Easyjet Traveller" für Aufruhr gesorgt. In der Zeitschrift ist eine Modestrecke enthalten, die offensichtlich im Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals in Berlin entstanden ist. Eine Genehmigung für die Aufnahmen habe es nicht gegeben, gab die Mahnmal-Stiftung bekannt. Easyjet hat mittlerweile alle der 280.000 Exemplare zurückgezogen und prüft nun die Zusammenarbeit mit dem Corporate-Publishing-Unternehmen.

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Auf einem der zwei Fotos räkelt sich eine Dame im kurzen schwarzen Designeroutfit zwischen den Stelen. Das andere Foto wurde von oben – vermutlich von einer der Stelen herab – aufgenommen und zeigt ein männliches Model, das sich an einen der Pfeiler anlehnt.
 
Für die Aufnahmen habe es keine Genehmigung gegeben, erklärte Stiftungs-Direktor Uwe Neumärker gegenüber der "Financial Times Deutschland".  Eine Sprecherin der Stiftung ergänzte auf MEEDIA-Anfrage, dass es auch keine Anfrage für den Fototermin gegeben habe. Demensprechend ist unklar, wann die Bilder entstanden sind. Der Security-Dienst, der rund um die Uhr das Mahnmal bewacht, habe keine Fotografen gesehen. Die Stiftung selbst habe nur durch den Hinweise eines Journalisten des Londoner Magazins "New Statesman" von der Veröffentlichung der Bilder im "Easyjet Traveller" erfahren.
Neumärker sagte gegenüber der "FTD", dass eine Dreh- und Fotografie-Erlaubnis nur solchen Projekten erteilt würde, die einen inhaltlichen Bezug zum Denkmal aufwiesen. Kommerzielle Anfragen würden grundsätzlich abgelehnt.
Gegenüber MEEDIA teilte die Mahnmal-Stiftung mit, dass sie den Billigfluganbieter um Aufklärung gebeten habe. Eine Reaktion stehe noch aus. Lediglich im "News Statesman" hat sich das Unternehmen öffentlich entschuldigt.
Auch das Corporate-Publishing-Unternehmen, das ebenfalls aus London stammende "INK Magazine", hat den Fehler bereits auf seiner Homepage eingestanden. Dort heißt es, dass man sich bei jedem entschuldige, der sich durch die Modestrecke angegriffen fühle. Man habe das Mahnmal in seiner Aussage nicht diffamieren wollen und bedauere den Vorfall. Ziel der monatlich erscheinenden Zeitschrift sei es, mit Highlights aus den verschiedenen Easyjet-Zielorten für einen Besuch zu werben.
Als Wiedergutmachung habe der Verlag angeboten, in der kommenden Ausgabe intensiver über die Arbeit der Mahnmal-Stiftung zu berichten, teilte eine Stiftungs-Sprecherin mit. Ob das "Ink Magazine" jedoch für die kommende Ausgabe noch als Herausgeber tätig sein wird, ist ungewiss. Easyjet kündigte im "New Statesman" an, die Zusammenarbeit mit dem Verlag zu überprüfen.

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