Ist Twitters Aufstieg schon am Ende?

Schlechte Nachrichten für Twitter: Web-Marktforscher registrieren einen starken Rückgang bei den Zugriffen über Twitter.com, laut Nielsen geht es um dramatische 27,8 Prozent minus zwischen September und Oktober. Auch die Google-AdPlaner-Auswertung, die MEEDIA vorliegt, bestätigt diese Zahlen. Zugleich mehren sich Berichte über die Zunahme von Spam-Tweets und unerbetenen Marketing-Aktionen. Die "New York Times" schreibt, Twitter und auch Facebook könnten sich in "gigantische Spam-Maschinen verwandeln".

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Der Zugriffs-Rückgang wird von allen wichtigen Traffic-Messfirmen bestätigt, wenn auch mit stark abweichenden Zahlen. Wie emarketer aufzählt, sieht comScore die "unique visitors" um 8,1 Prozent gesunken, Compete hat 2,1 Prozent gemessen. 
Der Google Ad-Planer verzeichnete für den Oktober 2,4 Millionen Unique Visitors. Im September lag der Wert noch bei 2,6 Millionen. Nach der Google-Erhebung gelang der Zwitscher-Plattform seit Juli kein Wachstum mehr. Andererseits existieren keine Methoden, Twitter-Zugriffe über "Apps" von dritter Seite oder über mobile Geräte zu messen, was die Verluste von Twitter.com möglicherweise erklären könnte.In seinem aktuellen Blogposting weist beispielsweise Seesmic-Chef Loic LeMeur ausdrücklich darauf hin, dass seine Twitter-App aktuell auf Wachstumsgraten von 30 Prozent pro Monat kommen würde. Ein gewisser Teil des Traffic-Verlustes geht also tatsächlich auf Kosten der App-Anbieter. Trotzdem sind die Zwitscher-Hilfen noch immer solch ein Nischenmarkt, dass sie nicht annähernd das Besucher-Minus von Twitter erklären können.
Besorgniserregender für die Zukunft des Microblogging-Wunders ist wahrscheinlich der Umstand, dass am selben Wochenende die "New York Times", Paul Carr für "Techcrunch" und Foster Kamer bei "Valleywag" mit allen Anzeichen des Abscheus über die Zunahme lästiger Werbe- und Marketing-Aktivitäten berichten. 
Parr ließ sich überreden, an einem Panel zum Thema "marketing within ‘real-time streams’" teilzunehmen und berichtet konsterniert, es gebe eine neue Generation von Marketingleuten, die "ihren Lebensunterhalt bestreiten, in dem sie Werbebotschaften in unsere täglichen Gespräche einschleusen."

Carr und Camer verweisen auf den in der "New York Times" portraitierten Internet-Unternehmer John Chow, der angeblich im Oktober 3000 Dollar verdient hat, indem er seinen 50.000 Followern Werbung unterbreitete. "Ich verdiene Geld für einen Knopfdruck", wird Chow zitiert.

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