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RIM träumt: Vorsprung vor Apple vergrößert?

Auch so kann man Statistiken deuten: Der kanadische Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) sieht sich bestens für die Zukunft gerüstet und scheut den Wettbewerb mit dem Rivalen Apple nicht. Im Gegenteil: Mike Lazaridis, Co-CEO des Blackberry-Anbieters, betont im Interview mit dem Hamburger Wirtschaftsmagazin "Capital", für beide Technologiekonzerne gebe es "noch viel Platz". Branchenexperten sehen das indes immer kritischer und raten Research in Motion offen zum Verkauf, "bevor es zu spät ist".

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Auch so kann man Statistiken deuten: Der kanadische Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) sieht sich bestens für die Zukunft gerüstet und scheut den Wettbewerb mit dem Rivalen Apple nicht. Im Gegenteil: Mike Lazaridis, Co-CEO des Blackberry-Anbieters, betont im Interview mit dem Hamburger Wirtschaftsmagazin "Capital", für beide Technologiekonzerne gebe es "noch viel Platz". Branchenexperten sehen das indes immer kritischer und raten Research in Motion offen zum Verkauf, "bevor es zu spät ist". 

Die besten Tage des kanadischen Smartphone-Herstellers Research in Motion sind passé. Das zumindest macht ein Blick auf den Aktienkurs des Blackberry-Anbieters deutlich: Bei 61 Dollar notiert die RIM-Aktie zurzeit – schon wieder fast ein Drittel unter dem Septemberhoch bei 88  Dollar und  fast zwei Drittel unter dem Allzeithoch vom letzten Sommer. 

Trotzdem sieht sich RIM-Co-CEO Mike Lazaridis weiter in blendender Position. In den USA ist der Blackberry schließlich mit 8,3 Millionen verkauften Einheiten im dritten Quartal weiter die Nummer eins – noch vor dem iPhone. "Marktforschern zufolge ist unser globaler Anteil an den Smartphone-Verkäufen im dritten Quartal auf rund 20 Prozent gestiegen", erklärte Lazaridis dem Hamburger Wirtschaftsmagazin "Capital".

"Unser Vorsprung gegenüber Apple hat sich sogar vergrößert"

So weit, so richtig. Ziemlich abenteuerlich ist dagegen Lazaridis kleiner Seitenhieb gegen den großen Rivalen aus dem Silicon Valley. "Unser Vorsprung gegenüber Apple hat sich sogar vergrößert."  Nur bei sehr eigenwilliger Auslegung der Entwicklung des Smartphone-Marktes kann man zu dieser Einschätzung kommen: Im dritten Quartal 2009 setzte RIM rund eine Million mehr Blackberrys als Apple iPhones ab – der Zuwachs fiel mit 41 Prozent deutlich höher aus als Apples relativ kleines Plus von 7 Prozent.

Allerdings vergisst Lazaridis zu erwähnen, dass Apple sein neues iPhone 3G S – anders als im Vorjahr – bereits im Juni einführte und damit die entsprechenden Käufe der Early Adopters in den ersten Tagen noch in das Juni-Quartal fielen. Wie rasant Apples Aufholjagd im Heimatmarkt USA bereits fortgeschritten ist, unterstrich die Erhebung von ChangeWave, nach der Apple seinen Marktanteil im dritten Quartal in den USA von 17 Prozent im Vorjahr auf 30 Prozent steigern konnte, während Marktführer RIM zwei Prozent auf 40 Prozent einbüßte – all das mit Apples Exklusivbindung an AT&T wohlgemerkt.

"RIM sollte verkaufen, bevor es zu spät ist"

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Das ist jedoch nur eine Momentaufnahme, die Lazaridis im "Capital"-Interview natürlich entsprechend dankbar herausstellt. Als ahnte der RIM-Co-Chef jedoch, mit welcher Macht Apple sein iPhone im nächsten Jahr nach dem Fall der Exklusivbindung im Markt penetrieren kann, ist Lazaridis dann auch schnell bemüht, die Koexistenztheorie zu betonen. „Research in Motion und Apple halten bislang einen Marktanteil von gemeinsam rund fünf Prozent“, erklärt der 48-jährige RIM-Gründer mit Blick auf den weltweiten Handymarkt. "Für beide Konzerne gibt es noch viel Platz. Wir werden noch in ganz andere Dimensionen vorstoßen."

"Wir? " Immer mehr Marktexperten glauben unterdessen, dass RIM inzwischen gegen etwas ganz anderes gestoßen ist: Seine natürliche Wachstumsgrenze. Das etwa ist die Meinung des Technologiereporters Dan Frommer vom "Alley Insider". "Es ist Zeit für den Blackberry-Hersteller einen Käufer zu finden, bevor es spät ist", erklärte Frommer in seinem viel beachteten Beitrag erst vor knapp zwei Wochen.

RIM-CEO warnt: "Unterschätzen Sie uns nicht"

Ins selbe Horn stößt auch der frühere Hedgefondsmanager Cody Willard. "Ich glaube, dass RIM eines Tages von jemanden wie Microsoft oder Google gekauft werden wird,  aber erst in einigen Jahren. Bis dahin gibt es wenig Aufwärts- aber viel Abwärtspotenzial", so der heutige "Fox News"-Moderator, der als Hauptgründe die Schwäche beim App-Angebot, die Sättigung im Geschäftskunden-Bereich und mangelnde Zukunftsfantasie anführt. 

"Anleger, die Technologieaktien besitzen wollen, sollten lieber bei Apple bleiben, das weiter Marktanteile hinzugewinnen kann, während  RIM die Beschleunigung von Verlusten erleben wird", so Willard. RIM-Co-CEO Mike Lazaridis beschäftigt diese Einschätzung indes nichts besonders. "Unterschätzen Sie uns nicht", warnt Lazaridis im "Capital"-Interview von morgen. Es klingt wie eine schwache Drohung.

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