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Q3-Bilanzen: Springer Top, Sky Flop

Selten haben die führenden deutschen Medien- und Internet-Unternehmen so geballt ihre jüngsten Zahlenwerke vorgelegt. Binnen nur drei Handelstagen veröffentlichten die RTL Group, Axel Springer, Bertelsmann, Sky, Xing und die Tomorrow Focus ihre Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal. Fazit: Fast überall ist die konjunkturelle Erholung angekommen. Doch es gibt auch klare Gewinner und Verlierer: Während Axel Springer die Krise kaum spürt, schlittert Sky offenbar immer tiefer hinein – eine Bilanz der Bilanzen.

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Selten haben die führenden deutschen Medien- und Internet-Unternehmen so geballt ihre jüngsten Zahlenwerke vorgelegt. Binnen nur drei Handelstagen veröffentlichten die RTL Group, Axel Springer, Bertelsmann, Sky, Xing und die Tomorrow Focus ihre Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal. Fazit: Fast überall ist die konjunkturelle Erholung angekommen. Doch es gibt auch klare Gewinner und Verlierer: Während Axel Springer die Krise kaum spürt, schlittert Sky offenbar immer tiefer hinein – eine Bilanz der Bilanzen.

Der Wind hat gedreht. Was längst von Schlachtrossen der US-Medienwelt wie Rupert Murdoch oder  Sumner Redstone selbstbewusst ausgesprochen wurde, wird nun auch von deutschen Medienmanagern offen artikuliert: Die Krise geht vorbei. "Wir sind überzeugt, dass der tiefste Punkt des Tales hinter uns liegt", erklärte etwa Springer-Vorstand Matthias Döpfner beim Conference Call am Dienstag.
Zu der Annahme hat der 46-Jährige wohl auch allen Grund. Das legen zumindest die Geschäftszahlen für das abgelaufene dritte Quartal nahe, die erneut sehr solide ausgefallen waren. So konnte der im SDax geführte größte Zeitungsverlag Europas zwischen Juli und September operativ nochmals knapp 10 Millionen Euro mehr verdienen als im Vorjahr, auch wenn sich der Konzernumsatz leicht rückläufig entwickelte. Aktionäre hatten die positive Geschäftsentwicklung jedoch bereits im Vorfeld vorweggenommen, so dass die Springer-Aktie im Wochenverlauf moderat schwächer notierte.  

Bertelsmannn und RTL Group erholt

   
Zumindest nicht negativ performten die Genussscheine des Traditionsverlags Bertelsmann – allerdings sind Anleihen kein besonders aussagekräftiger Indikator für die Börsenbeurteilung von Geschäftszahlen. Das privat geführte Gütersloher Medienhaus kehrte im dritten Quartal wieder in die Gewinnspur zurück und steigerte den operativen Gewinn zweistellig. Das Konzernergebnis stieg deutlich von 15 auf 87 Millionen Euro.

Maßgeblichen Anteil hatte daran die TV-Tochter RTL Group, die tags zuvor ihre Bilanz vorgelegt hatte. Die luxemburgische Holding konnte ihr EBITA im Sommerquartal um 22,7 Prozent auf 92 Mio. Euro steigern,  nachdem im ersten Halbjahr noch ein dreistelliges Minus verbucht wurde. Die Aktienmärkte goutierten die Entwicklung mit einem Plus von mehr als 5 Prozent im Wochenverlauf.

Sky im Sturzflug, ProSiebenSat.1 bleibt Überflieger

Sogar zweistellig nach oben schoss die Aktie von ProSiebenSat.1 Die Münchner Senderkette hatte bereits in der vergangenen Woche Quartalszahlen vorgelegt, die nicht vollends überzeugen konnten – lediglich um ein marginales Prozent konnte der operative Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegen. Das reichte dennoch, um die Aktie in diesem Wochenverlauf um 14 Prozent nach oben zu feuern – in Richtung neuer Jahreshochs.

Davon ist der Stadtnachbar Sky wieder meilenweit entfernt. Allein nach den heute vorgelegten Quartalszahlen ging es mehr als 11 Prozent abwärts. Kein Wunder: Der von Rupert  Murdoch eingeleitete Restrukturierungskurs trägt in erster Linie die Früchte steigender Kosten. Der Umsatz verringerte sich, die Verluste schossen in Höhe und beliefen sich zuletzt im dritten Quartal auf schon 88 Millionen Euro. Anleger sind entsetzt und schickten die Aktie nach einer Zwischenerholung in den letzten zwei Monaten wieder um 40 Prozent nach unten.

Xing und Tomorrow Focus solide

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Deutlich solider verläuft die Entwicklung dagegen bei den deutschen Internetaktien. Xing, der einzige börsengelistete Web 2.0-Anbieter, setzt im dritten Quartal mehr um, verdiente aber weniger – und erfüllte damit die Erwartungen. Die Aktie reagierte weitgehend unverändert auf das neue Zahlenwerk, notiert aber bei unter 34 Euro wieder deutlich unter den Jahreshochs von knapp 39 Euro, die das Papier im Zuge von Übernahmespekulationen vor knapp einem Monat gesehen hatte.

Auch ohne Akquisitionsgerüchte zog der Münchner Portalanbieter Tomorrow Focus im November an. Auslöser waren die vorab veröffentlichten Quartalsergebnisse, die dank der Geschäftsentwicklung des Reiseportals HolidayCheck AG und des Partnervermittlungsportals ElitePartner über den Vorjahreswerten lagen. Anleger nahmen allerdings im Wochenverkauf wieder Gewinne mit.

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