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Megadeal: Liberty Global kauft Unitymedia

Liberty-Global-Chef John Malone hat es endlich geschafft: Mit der Übernahme von Unitymedia tritt der US-Medientycoon in den deutschen Kabelmarkt ein. 3,5 Milliarden Euro zahlt Malone für die Mehrheit des zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland". 1,5 Milliarden Euro des Kaufpreises sind allein Schulden, die Liberty Global gleich mit übernimmt. Experten gehen nach dem Megadeal von einer Verschärfung des Wettbewerbs aus.

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Der Ausstieg der Eigner von Unitymedia ist keine Überraschung. Das Unternehmen ist mehrheitlich in der Hand von Private-Equity-Firmen. Die beiden größten Gesellschafter sind die britische Gesellschaft BC Partners mit 35 Prozent und der US-Investor Apollo mit 29 Prozent. Bereits im Sommer 2008 war ein Verkauf erwogen worden. Im Vorfeld des jetzigen Deals gab es offenbar auch Verhandlungen mit Rupert Murdochs News Corp.

Der noch in diesem Jahr geplante Börsengang wird abgesagt. Unitymedia hatte bereits die beiden Banken UBS und Morgan Stanley beauftragt, den Gang an die Börse vorzubereiten. Das führende Management warb bereits aktiv um potentielle Aktieninvestoren.

Die Erinnerungen der Deutschen an den Medientycoon aus den USA sind nicht sonderlich gut. Schon im Jahr 2002 wollte Malone in den deutschen Kabelmarkt einsteigen. Damals hatte er 5,5 Milliarden Euro für den Zugang zu Kunden in 13 Bundesländern zahlen wollen. Die deutsche Medienbranche protestierte, vor allem weil Malone zeitgleich mit dem Abosender Premiere und dem Kabelanbieter Tele Columbus über einen Einstieg verhandelte.

Offenbar steht Liberty Global nicht für gutes Wirtschaften. Im vergangenen Jahr hatte der US-Konzern bei einem Umsatz von 10,6 Milliarden Dollar einen Nettoverlust von 789 Millionen Dollar hinnehmen müssen. Malone hat inzwischen in 14 Ländern zugekauft. Im Jahr 2005 hatte Liberty Global bereits den größten schweizerischen Kabelnetzbetreiber Cablecom übernommen. 

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