Vergleich: Die iPhone-Apps der Verlage

Wenn Verlagsmanager über Krisenretter und Zukunftsmodelle reden, fällt ständig der Begriff "mobile Services" und speziell iPhone-Applikation. Doch obwohl alle darüber reden, können nur die wenigsten Medienhäuser bislang eine eigene App vorweisen. MEEDIA vergleicht die Mobil-Tools der vier Verlagsmarken "Handelsblatt", "Stern", "Focus" und "B.Z". Wobei die Berliner bislang das einzige kostenpflichtige Angebot unterhalten. Die Applikation der "B.Z." soll der Start für die große Springer Mobil-Bezahl-Offensive sein.

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Handelsblatt.com (kostenlos)
Die App bietet die aktuellen Inhalte der Website. Dazu gehören auch Videos aus der Finanzbranche. Zudem gibt es eine komfortable Abfrage-Funktion für Börsenkurse. Interessant ist die Tatsache, dass das Handelsblatt erstmals einen eigenen Mobile-Redakteur haben wird, der sich ausschließlich um die mobilen Angebote für Blackberry, iPhone & Co. kümmern wird. Er passt die Inhalte an, kürzt also beispielsweise Headlines und gewichtet bei Bedarf anders als auf der Website. Für die Wirtschaftsbranche wird die Iphone-Applikation in Zukunft unverzichtbar sein. Künftige Apps mit exklusiveren, spitzeren Inhalten und Services will man aber nicht mehr kostenlos anbieten. Die Macher haben Anleihen beim großen amerikanischen Vorbild Wall Street Journal (WSJ) genommen, kommen aber mit ihrer App nicht ganz ran. Die New Yorker spielen noch konsequenter die Möglichkeiten von Text, Audio und Video aus.

B.Z. (Preis: 0,79 €)
Die B.Z. ist die erste kostenpflichtige Springer App. Bereits auf den ersten Blick überzeugt sie mit ihrer modischen Aufmachung. Der Hintergrund zeigt abwechselnd Bilder aus Berlin und Umgebung an, durch die Rubriken lässt sich vertikal scrollen. Neben dem aktuellen Tagesgeschäft sind noch die Ressorts Kultur, Sport und Leute gelistet. Auf „Tatort Berlin“ lassen sich aktuellen Polizeimeldungen nachlesen. Unter „Bezirke“ lassen sich 23 Stadtteile plus Umland nach den aktuellen News durchforsten. Im regionalen Bereich bietet die App gut gemachte und spannende Features. Bis zum Jahresende gilt der Preis von 79 Cent. Dann will Springer einen kostenpflichtigen Abo-Service einführen
Nachteil: Obwohl die Applikation kostenpflichtig ist, bietet sie kaum Angebote, die die Webseite nicht auch hat.
Highlight: Je nach Bezirk in dem sich der iPhone-Besitzer befindet, wechselt – dank Geopositionierung – das Hintergrundbild der App.

Stern.de (kostenlos)
Unter den deutschen Verlags-Apps gilt Stern.de als die mit Abstand erfolgreichste und älteste. Bereits seit Anfang des Jahres steht die Applikation kostenlos zum Download bereit. Angeblich wurden bereits um 300.000 Stern-Apps downgeloaded. Beim Inhalt setzen die Macher auf bildstarke Inhalte: Videos, Fotostrecken und die obligatorischen „Bilder des Tages“. Für kurzweiliges Vergnügen sorgen Wissenstests aus allen Bereichen. Unter „Mehr“ lassen sich auch die Ressorts einzeln durchstöbern. Videos lassen sich auch direkt im Artikel starten. Fazit: Der Ableger der Illustrierten ist eine wunderbar bunte I-Wundertüte.

Focus Online (kostenlos)
Wie stern.de setzt auch Focus mit seiner App auf einen großen Aufmacher. Und auch hier werden über den „Mehr“-Button sämtliche Ressorts gelistet. Die Ähnlichkeit zum Stern.de-Angebot kommt nicht von ungefähr. Beide Apps wurden von Cellular entworfen. Seinen Service-Charakter spielt Focus Online auch auf dem Iphone aus. Unter der Rubrik „Rechner“ können User kurzerhand die besten Tages- und Festgeldangebote einholen. Im Vergleich zu Stern.de ist das Focus-Tool jedoch weniger auf Unterhaltung ausgelegt. Hier stehen eindeutig Nachrichten im Fokus.

Zusatz-Tipp für Leser von internationalen Publikationen:

Newspapers (Preis: 0,79 €)
Wer sich für News aus dem Ausland interessiert, kommt an der Iphone-App „Newspapers“ nicht vorbei. „Newspapers“ listet die Inhalte von 84 Publikationen, darunter die „New York Times“, das „Wall Street Journal“, „The Guardian“, die „NZZ“, „El Pais“, „Le Monde“, „La Repubblica“, „De Telgraaf“ und die „Bangkok Post“. Leider lassen sich die Portale nicht nach Ländern sortieren. Bei einem Klick auf den jeweiligen Titel, lädt das Iphone die entsprechende Adresse für mobile Endgeräte. Unter den deutschen Publikationen finden sich die „Welt“, die „Bild", die „Financial Times Deutschland“, das „Handelsblatt“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“. Spiegel Online und Zeit Online sind nicht aufgeführt. Ob die Springer-Zeitungen ("Bild" und "Welt") auch weiterhin im Newspapers-Angebot bleiben, sobald der Berliner Verlag eigenen kostenpflichtige Apps bringt, ist noch unklar.

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