Konken sieht Manager als Schuldige

Michael Konken, seit 2003 Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), ist auf dem Verbandstag in Berlin für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Zuvor hatte er vor rund 300 Delegierten die Manager von Zeitungen und Zeitschriften als Hauptverantwortliche der Krise ausgemacht und sprach von "krassen Fehlentscheidungen von selbst ernannten Heiligen". Statt Einsparungen und Entlassungen forderte Konken bessere Arbeitsbedingungen und größere personelle Ressourcen in den Redaktionen.

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Die Wiederwahl des 56 Jahre alten Konken geschah laut Mitteilung des DJV "mit großer Mehrheit" gegenüber der Kandidatin Jutta Rabe aus Berlin. 
Die Realitätsnähe des alten und neuen DJV-Vorsitzenden ist kürzlich von vielen Experten in Zweifel gezogen worden, als er eine "konzertierte Aktion" der Verlage gegen Google forderte. In Berlin sagte Konken nun, die Zukunft der Printmedien liege in einem "attraktiven Mix" von Zeitung, Online, Ton und bewegtem Bild. Den Grund für die weltweite Krise der gedruckten Medien sieht Konken im Management der Branche: "Wenn die Verlage nicht endlich umsteuern, wird die Krise der Unternehmen zu einer Krise des Journalismus."
 Mit Blick auf die Honorare für Freie Journalisten rief er den Verlegern zu: "Zahlen Sie angemessene Honorare, verhindern Sie, dass Journalismus zum Billigprodukt wird, tragen Sie dazu bei, dass Qualität in der Zeitung kein Fremdwort wird!" 
Die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag für Zeitschriftenredakteure sollen am 23. November in die zweite Runde gehen. Die Verlegerforderungen nach Tarifabsenkungen bezeichnet der DJV in einer Resolution als "Frontalangriff auf die Flächentarifverträge".

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