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Datenpanne auch bei DSL-Provider Alice

Neue schwerwiegende Datenpanne bei einem deutschen Kommunikationsunternehmen: Laut Abendblatt.de hat der DSL-Provider Alice mehr als 160 E-Mails mit persönlichen Daten von Neukunden an einen 50-jährigen Hamburger verschickt – inklusive kompletter Bankverbindung, Rechnung, Adresse und Passwörtern. Das Unternehmen vermutet die Ursache nicht in einem Datenleck, sondern in Eingabefehlern, die neue Kunden selbst verschuldet hätten. Klar ist: Die Adresse alice@alice.de hat das Problem verursacht.

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Die Adresse alice@alice.de konnte sich der 50-jährige Alice-DSL-Kunde und Empfänger der E-Mails, Marcel Grassy, für seine Tochter sichern. Die erfolgreiche Registrierung hielt er selbst für höchst unwahrscheinlich. Genau diese Adresse scheint es nun zu sein, die in den Formularen von Neukunden steht, die noch nicht über eine E-Mail-Adresse verfügten.

Wie dieser Platzhalter in die Buchführung von Alice geriet und warum eine so prominente E-Mail-Adresse dort vom Unternehmen belassen wurde, ist bisher nicht geklärt. Laut Abendblatt.de glaubt das Alice-Mutterunternehmen Hansenet, "dass der Fehler während des Bestellprozesses passiert" sei.

Nach Angaben des NDR macht HanseNet dagegen für die Datenpanne "Vertriebspartner" verantwortlich, die die heikle E-Mail-Adresse ins Anmeldeformular als Platzhalter eingetragen hätten. Informationen, warum HanseNet die Daten seiner Sub-Unternehmer ungeprüft übernimmt, liegen nicht vor.

Grassy hat Alice über die Panne informiert. Während der NDR berichtet, dass die folgenreiche E-Mail-Adresse nach Unternehmensangaben inzwischen gesperrt worden ist, sollen nach Abendblatt-Angaben weiterhin Mails bei dem Hamburger eingehen.

Nach den großen Datenskandalen bei der Telekom wechselten zahlreiche Kunden zu anderen, günstigeren Angeboten, unter anderem zu HanseNet. Der Konzern hat zur Zeit 2,3 Millionen DSL-Kunden. Ob der E-Mail-Skandal auf einige laxe Benutzereingaben zurückzuführen ist oder nur die Spitze des Eisbergs darstellt, ist noch unklar. Der aktuelle Fall offenbart aber einen lässigen Umgang mit Kundendaten bei HanseNet.

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