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Das deutsch-deutsche Zeitungsprojekt

Die "Lübecker Nachrichten" ("LN") und deren Schwester-Blatt "Ostsee Zeitung" ("OZ") bringen am "Tag der Deutschen" eine gemeinsame Sonderbeilage zum Mauerfall vor 20 Jahren heraus. Beide Zeitungen arbeiten schon seit längerem eng zusammen, überregionale sowie Service-Seiten und Wochenend-Journale werden in einer gemeinsamen Redaktion produziert. Offenbar eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte, denn "die Qualität auf beiden Seiten wurde verbessert", sagt "LN"-Chefredakteur Manfred von Thien.

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Im April 2008 wurden Teile beider Redaktionen in eine gemeinsame Tochterfirma Redaktions-Service-Gesellschaft GmbH & Co KG (R.S.G.) ausgegründet. Seither werden die Mantel- und Service-Seiten für beide Titel von einem zentralen Newsdesk aus produziert. "Anfangs hatte man bei der ‚OZ‘ Angst, dass die Zeitung nun verwestlicht werden würde", sagt von Thien, der auch als Redaktionsdirektor von "LN" und "OZ" für die R.S.G. verantwortlich zeichnet. Dies sei nicht eingetreten, im Gegenteil: "Bei den täglichen Video-Konferenzen begegnen sich alle Redakteure auf Augenhöhe, wir haben einen sehr konstruktiven Ideentransfer", erklärt der 54-Jährige.

So kam auch die Idee zu der Sonderbeilage zum 9. November von den Redakteuren der "OZ". Das 36-seitige Tabloid beschreibt den Mauerfall zur einen Hälfte aus der Perspektive der West-Redaktion und zur anderen Hälfte aus der Perspektive der Ost-Redaktion. Die Beilage kommt jeweils mit zwei unterschiedlichen Titelseiten, einmal "sozusagen von West nach Ost und einmal von Ost nach West geschrieben", sagt von Thien. Auf dem Mittelbogen treffen sich beide Teile mit der "herzzerreißenden" Story eines Pärchens, das sich damals bei der Grenzöffnung in die Arme gefallen ist und das die beiden Zeitungen heute – 20 Jahre später – wieder zusammen bringen.

Es habe zwar eine gewisse Zeit gedauert, aber inzwischen seien auch beide Zeitungen zusammen gewachsen, so Thien. Ressentiments gebe es keine, davon konnte er sich zwischen 2006 bis 2008 selbst ein Bild machen. "In meinen zwei Jahren als Chefredakteur der ‚OZ‘ war ich erstaunt über die Offenheit, die man mir in der Redaktion entgegenbrachte", erinnert sich von Thien.

"LN" und "OZ" arbeiten seit eineinhalb Jahren eng zusammen. Die R.S.G. mit Sitz in Lübeck produziert seitdem die überregionalen Seiten (Politik, Seite 3, Buntes, alle Service-Seiten, Wochenend-Journale) an sieben Tagen in der Woche für beide Blätter. "Dies hat vor allem der ‚OZ‘ gut getan", sagt von Thien. Die "Ostsee Zeitung" sei das einzige Regionalblatt in Ostdeutschland, das eine positive Auflagenentwicklung vorzeigen könne.

Aktuell kommt die "OZ" auf einen Gesamtverkauf von 157.550 Exemplaren. Davon werden 135.823 über Abonnements abgesetzt, 17.880 gehen im Einzelverkauf über die Ladentheke. Das bedeutet im Zwölf-Monats-Trend ein leichtes Minus von zwei Prozent bei den Abos und ein Plus von vier Prozent am Kiosk. 

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