Spiegel TV kündigt Entlassungen an

Seit über 20 Jahren gilt Spiegel TV als Musterbeispiel einer Fernseh-Extension bei Print-Verlagen. Neben dem Klassiker "Spiegel TV Magazin" bei RTL gab es eine Reihe weiterer Formaten bei Vox, Sat.1 sowie Auftragsproduktionen für das ZDF oder die BBC. Jetzt droht der Fernseh-Unit nach MEEDIA-Informationen eine Entlassungswelle. Nachdem die Geschäftsführung das Team auf betriebsbedingte Kündigungen Anfang 2010 vorbereitet hatte, bestätigte die Spiegel-Gruppe am Freitag entsprechende Überlegungen.

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Die Erklärung des Verlags auf MEEDIA-Anfrage im Wortlaut: „Zurzeit beraten wir bei Spiegel TV den Etat 2010. Strukturelle Veränderungen und dadurch bedingte Personalmaßnahmen im Bereich Online/Bewegtbild können wir nicht ausschließen. Es ist dabei unser gemeinsames Ziel, Kosten einzusparen, ohne die Substanz unserer journalistischen Produkte zu beeinträchtigen.“
Beim Spiegel legt man auch Wert auf die Feststellung, dass eine Zusammenlegung einzelner Redaktionen, die bislang den verschiedenen Formaten zuarbeiten, geplant sei: „Diese Option besteht nicht.“ Nach MEEDIA-Informationen stehen aber einschneidende Maßnahmen am Standort Berlin bevor. Dort ist der Sitz einer Dependance, die sowohl für Spiegel TV als auch für die Online-Unit Beiträge liefert. Hier war in den vergangenen Jahren mit Mitteln aus dem Verkauf des Senders XXP eine Bewegtbild-Redaktion für Online-Videos aufgebaut worden. Diese Mittel sind nun offenbar aufgebraucht. Ein weiterer Betrieb würde offenbar jährliche Kosten in siebenstelliger Höhe mit sich bringen.
Aus diesem Grund scheint es unumgänglich, dass zumindest ein Teil der dort tätigen Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigt wird.  Die Mitarbeiter, die für Spiegel Online tätig werden, sind darüber angeblich bereits informiert worden. Am kommenden Mittwoch soll es nun in Berlin eine außerordentliche Betriebsversammlung geben, später dann auch in Hamburg. Dabei wird die Geschäftsführung zu Details der Maßnahmen Stellung nehmen.
Wie verschiedene Quellen übereinstimmend berichten, hat die Geschäftsführung Kündigungen in allen Betriebsbereichen aber auch für den Stammsitz im Hamburger Chilehaus nicht ausgeschlossen. Im Januar sollen Redaktion, Technik und Verwaltung über Einzelheiten unterrichtet werden.  

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