Nur jeder dritte Verlag trotzt der Krise

Düstere Aussichten für die deutschen Zeitschriftenverlage: 69 Prozent der Mitglieder im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erwartet für das laufende Jahr schlechtere Erträge als im schon krisengeprägten Jahr 2008. Bei der Vorstellung der traditionellen Herbstumfrage am Mittwoch in Berlin erklärte VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner, dass die Umsatzzahlen insgesamt um 9,4 Prozent auf rund 6,86 Milliarden Euro zurückgehen werden. Für 2010 rechnet der VDZ mit Stagnation und weiterem Jobabbau.

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Das erwartete Mini-Umsatzplus von 0,1 Prozent gilt aber nicht für alle Verlagshäuser: Jedes dritte Print-Medienunternehmen hält eine nochmalige Verschlechterung für wahrscheinlich. VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner hält es deshalb für „unrealistisch“, dass die Verlage bald wieder zum Umsatzniveau der Zeit vor der Krise zurückfinden. 2010 werden zudem weitere Sanierungsmaßnahmen greifen: Durchschnittlich 3,7 Prozent der Arbeitsplätze fallen den Umstrukturierungen zum Opfer.
 
Mittelfristig gehen die meisten Verlage davon aus, dass die klassischen Erlösquellen auf Sicht rückläufige Umsätze liefern werden. „Das betrifft die Anzeigen deutlich stärker als den Vertrieb“, stellte Fürstner fest. Die Ende vergangener Woche veröffentlichten ZAS-Statistiken für die Publikumszeitschriften hatten gezeigt, dass bei vielen großen Magazinen Anzeigeneinbrüche zwischen 20 und 30 Prozent zu verzeichnen sind. Steigende Erlöse im digitalen und mobilen Bereich sollen die Verluste bis 2012 aber zumindest teilweise kompensieren.
 
Der VDZ setzt deshalb auch auf die Hilfe der Politik. So soll die Berliner Regierungs-Koalition beim Einsatz für ein Leistungsschutzrecht für Verlage unterstützt werden. Zudem fordert der Verband, dass der reduzierte Mehrwertsteuersatz von Zeitungen und Zeitschriften künftig auch für Online-Medien gelten soll.

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