Telekom: Datenskandale ohne Ende

Immer neue haarsträubende Einzelheiten und Neben-Affären kommen im großen Datenskandal der Deutschen Telekom ans Tageslicht. Jüngste Enthüllung: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurde auch der ehemalige ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser bei Telefonaten mit einem Freund aus den USA von der Telekom bespitzelt. Hinzu kommen immer neue Enthüllungen über Kundendaten der Telekom, die auf dunklen Wegen zu externen Callcentern gelangen. Der Datensumpf bei der Telekom scheint noch nicht trockengelegt.

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Dass die von der Telekom beauftragte Berliner Detektei Network u.a. auch den ehemaligen ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser an dessen Privatanschluss bespitzelte, ist ein neues, unglaubliches Detail in der nicht enden wollenden Serie an Datenlecks und Datenskandalen der Telekom. Der „Süddeutschen Zeitung“ liegt ein Ermittlungsbericht des Bundeskriminalamtes vor, aus dem genau dies hervorgeht. Dabei hatten es die Telekom-Schnüffler nicht auf Bresser selbst, sondern auf einen mit Bresser befreundeten Geschäftsmann aus Wiesbaden abgesehen, der zeitweise in den USA wohnt. Wie die Telekom-Schnüffler es schafften, an die Telefondaten aus den USA zu kommen, geht aus der BKA-Akte nicht hervor.

Der Spitzelskandal der Telekom nahm seinen Anfang als herauskam, dass die von der Telekom beauftragte Detektei in großem Stil Journalisten überwachte. Die Telekom wollte auf diese Weise herausfinden, wer aus dem Aufsichtsrat oder Vorstand Journalisten mit internen Informationen versorgte. Dabei konnten die Privatdetektive offenbar auf die Verbindungsdaten des Telefon-Riesen zurückgreifen. Später kam heraus, dass im Auftrag der Telekom auch Kontobewegungen und sogar Steuererklärungen ausgespäht wurden. Der damalige Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und der damalige Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel sind wegen der beispiellosen Vorgänge ins Visier der Staatsanwaltschaft gerückt. Zwar ist unklar, ob einer oder beiden Top-Manager konkrete Bespitzelungsaufträge erteilt hat. Beide bestreiten dies. Allerdings soll das Führungsduo seit 2005 von den illegalen Aktionen gewusst haben. Bisher hat die Staatsanwaltschaft noch keine Anklage erhoben.

Parallel zur Bespitzelungsaffäre ist die Telekom wegen gigantischer Datenlecks in die Kritik geraten. Offenbar wurden in großem Stil Kundendaten an externe Callcenter weitergereicht, die damit fleißig unerwünschte Telefonwerbung betrieben haben. Zwar hieß es zunächst von Seiten der Telekom, Unterfirmen von externen Partnern hätten illegal Telekom-Kundendaten genutzt. Laut „WirtschaftsWoche“ war es aber die Telekom selbst, die Vertriebspartner in großem Umfang mit Kundendaten versorgt hat, damit Werbeanrufe, zum Beispiel zur Vertragsverlängerung getätigt werden konnten.

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