Experiment: Zeitung kauft Lokal-Wikis

Der Erwerb eines wenige Monate alten Start-ups durch eine Zeitung in Omaha (Nebraska, USA) klingt nicht eben schlagzeilenträchtig. Dieser Fall ist trotzdem interessant: Der "Omaha World-Herald" ist die größte US-Zeitung im Besitz der Mitarbeiter, und ihre Neuerwerbung "WikiCity" ein aufstrebendes Netzwerk für "hyperlokale" Nachrichten. Was viele Medienstrategen empfehlen, nämlich die Verbindung regionaler Zeitungen mit Nutzer-generierten Lokalnachrichten, wird im tief-provinziellen Mittleren Westen ausprobiert.

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Joel Long, Sprecher des Verlags aus Omaha, freut sich über einen „neuen und aufregenden Weg, mit unseren Lesern in Verbindung zu treten“, und das „Nieman Lab“ für Journalismus an der Universität Harvard empfiehlt, genau hinzusehen, was aus diesem Experiment zu lernen ist. 
 
Der „Herald“ besitzt neun Tageszeitungen und 22 wöchentliche Titel in Nebraska und Iowa, was dem an die Mitarbeiter vererbten Verlag offenbar ein ordentliches Auskommen sichert. WikiCity andererseits wurde erst 2008 entwickelt und hat derzeit etwa 22.000 Orte angelegt, präsentiert aber hunderttausende einstweilen leerer Boxen. Über den Kaufpreis wird nichts mitgeteilt; er dürfte überschaubar sein. Sicher ist nur, dass Gründer Pat Lazare Präsident einer klangvollen „World Interactive Group“ wird, die WikiCity als eigenständige Marke weiterführen soll.
 
Was im Moment für Medienbeobachter in den USA zählt, ist mehr die Idee und ein mögliches Zukunftsversprechen: Die Umgestaltung einer klassischen, gedruckten Zeitung – sogar noch zweimal am Tag, als letztes Großstadt-Blatt der USA – zu einem Instrument der Kooperation mit Lesern, die auch Beiträger werden sollen.

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