Minus 17 %: ‚USA Today‘ bricht Auflage weg

Die Krise der Zeitungen in den USA ist nicht nur ein Problem der Erlöse. Ihnen laufen auch die Leser in Scharen davon: Die Auflagen der 379 geprüften Zeitungen sind zwischen April und September 2009 im Schnitt um 10,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Einer der wenigen Gewinner ist zugleich die neue Nummer Eins: Das "Wall Street Journal" hat mit 2,024 Mio. verkauften Exemplaren "USA Today" überholt, die mit einem Jahres-Minus von 17,1 % auf 1,9 Mio. Exemplare absank.

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Das „Audit Bureau of Circulations“  des US-Zeitungsverlegerverbands überbot mit den neuen Halbjahres-Zahlen auch pessimistische Erwartungen. Im Halbjahr zwischen Oktober 2008 und März 2009 waren die Auflagen „nur“ um 7,1 Prozent gefallen.
Immerhin bot die Frage der Spitzenposition eine Gelegenheit, die deprimierende Angelegenheit auch sportlich zu sehen. Der „USA Today“-Verlag Gannett beharrte in einer Erklärung darauf, immer noch Erster in der „print circulation“ zu sein, was allerdings nur eine Frage der Etikettierung ist: Bei der Rekord-Auflage von Murdochs „Wall Street Journal“ sind mehr als 400.000 Online-Abonnements mitgezählt, die nicht gedruckt, wohl aber bezahlt sind.
Die großen Blätter gehören zu den großen Verlieren: Die „New York Times büßte zum Vorjahr 7,3 Prozent ein und hat jetzt eine Wochentags-Auflage von 928.000, womit die Zahl erstmals seit Jahrzehnten unter die Millionenmarke rutschte.  Die „Los Angeles Times“ verlor sogar elf Prozent auf 658.000.

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