Neue Allzeithochs: Apple, König der Krise

Es gibt ihn, den ultimativen Gewinner der seit einem Jahr währenden Finanzkrise, die in diesen Tagen ihr offizielles Ende findet – und es ist beileibe kein Unbekannter. Apple, das mythisch verehrte Kultunternehmen aus Cupertino, ist seinem Status gerecht worden: Getrieben von enorm starken Quartalsergebnissen taten die Apple-Anteilsscheine nach Handelsschluss das, was sich seit einigen Wochen andeutete – die Aktie markierte als erstes Unternehmen in der Krise neue Allzeithochs.

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Es gibt ihn, den ultimativen Gewinner der seit einem Jahr währenden Finanzkrise, die in diesen Tagen ihr offizielles Ende findet – und es ist beileibe kein Unbekannter. Apple, das mythisch verehrte Kultunternehmen aus Cupertino, ist seinem Status gerecht worden: Getrieben von enorm starken Quartalsergebnissen taten die Apple-Anteilsscheine nach Handelsschluss das, was sich seit einigen Wochen andeutete – die Aktie markierte als erstes Unternehmen in der Krise neue Allzeithochs.

Was verbindet Apple mit Barack Obama? Die Kommentierung extrem erfreulicher Nachrichten: „Mit einem Wort: Wow“, ordnete „Alley Insider“-Chefredakteur Henry Blodget Apples Quartalszahlen ein, die nach Handelsschluss bekannt gegeben wurden. Tatsächlich: Alles besser als erwartet – Mac-, iPod- und iPhone-Absätze, die Umsätze, der Gewinn und sogar der notorisch konservative Ausblick.

Folge: Auch die Aktie entwickelte sich nach Handelsschluss nochmals besser als von vielen Marktexperten erwartet, die das Potenzial nach der erstaunlichen Erholung von mehr als 100 Dollar oder 120 Prozent im laufenden Jahr längst ausgereizt sahen. Doch mitnichten! Nachbörslich setzte Apple nochmals zum großen Sprung an und legte weitere 7 Prozent auf phasenweise 205 Dollar zu, um damit das alte Intraday-Allzeithoch vom Dezmber 2007 bei 202,93 zu toppen.
Neues Allzeithoch: Amazon und Google leicht hinter sich gelassen
Damit endet offiziell der Wettlauf um das erste neue Allzeithoch einer Internet- oder Technologieaktie inmitten der schwersten Wirtschaftskrise der vergangenen Jahrzehnte. Amazon, der lange Jahre unterschätzte Online-Einzelhändler, war mit 95 Dollar auch dicht dran: Die Vor-Crashniveaus von 2007 konnte das zweitwertvollste Internet-Unternehmen der Welt bereits hinter sich lassen, nur noch 15 Prozent zum Millenniumhoch fehlen, während Google immerhin noch 30 Prozent vor sich hat.
Doch Apple hingegen ist heute am Ziel – und das nur zwei Jahre, nachdem die Immobilienkrise immer lauter wurde und nur ein Jahr, nachdem die Finanzkrise die Wirtschaftswelt für immer verändern sollte. Möglich gemacht hat das ein neuer Wachstumsschub, der für ein Unternehmen dieser Größe und Marktreife erstaunlich, wenn nicht gar einzigartig ist. 

Apple zweites Leben: Das Beste von Cisco, Microsoft und Nokia vereint

Keine Frage: Es gab das Microsoft der späten 80er- und 90er-Jahre, das mit der Geldmaschine Windows einsam seine Kreise zog, es gab den Wall Street-Liebling Cisco, der dank einer gandenlosen Akquisitionsstrategie sein Wachstum immer wieder erneuerte, und es gab das finnische Wachstumswunder Nokia, das von der ersten Mobilefunkwelle profitierte.

Und dann gibt es das Apple von Steve Jobs. Dieses zweite Leben Apples ist das zweite Leben Steve Jobs, der Apple nicht nur zurück in die Handlungsfähigkeit führte, sondern das Unternehmen so sehr umkrempelte, dass es heute all das vereint, was die großen Wachstumstreiber der 80er- und 90er-Jahre ausmachte: Es besitzt Nokias frühere Durchschlagskraft im mobilen Internetsektor, es besitzt Ciscos reinrassige Wachstum in der Mac-Devision und es besitzt die Monopol-Stellung im MP3-Player-Bereich, die Microsoft bei Windows so stark gemacht.
30 Prozent fehlen noch: Letzte Haltestelle Microsoft überholen

Mit einem Börsenwert von heute über 180 Milliarden Dollar hat Apple die alten und neuen Tech-Pioniere längst allesamt hinter sich gelassen – Dell deklassiert, Intel und Cisco locker überholt, inzwischen gar den IT-Dinosaurier IBM und nach Handelsschluss wieder den Internet-Riesen Google.
Ein letztes Technologie-Unternehmen ist noch vor Apple – der alte Rivale Microsoft. Doch was für Jahrzehnte undenkbar schien, könnte mittelfristig tatsächlich Wirklichkeit werden: Apple könnte Microsoft schon 2010 überholen und zum wertvollsten Technologie-Unternehmen der Welt aufsteigen. 30 Prozent oder 55 Milliarden Börsenwert fehlen noch. Angesichts des Momentums des iPhones ist diese Hypothese nicht mehr so undenkbar. Es wäre dies letzte und ruhmreichste Kapitel einer der unglaublichsten Comebackstories der Wirtschaftsgeschichte – wenn gar nicht der unfassbarsten.

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