Interview-Falle für Sarrazin?

Ist Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin mit seinem umstrittenen Interview-Äußerungen in eine Falle gegangen? Eine minutiöse Recherche von "FAS"-Autor Volker Zastrow legt nahe, dass Bundesbank-Präsident Axel Weber die heiklen Sarrazin-Zitate schon kannte und hätte verhindern können, bevor er sich im Namen der Bank davon distanzierte. Eine weiter Geschichte im "Spiegel" stützt die These der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

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In einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre International“ hatte der ehemalige Berliner Finanzsenator Sarrazin unter anderem türkischen und arabischen Einwanderern in Berlin vorgeworfen, sie seien „weder integrationswillig noch integrationsfähig“. Sie hätten „keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel“. Nach zahlreichen Protesten und Rücktrittsforderungen entschuldigte sich Sarrazin für seine Äußerungen.

Nach Darstellung der „FAS“ hätten Bundesbank-Pressechef Benedikt Fehr und Weber ihre Bedenken gegen das Interview aber vor Erscheinen der Zeitschrift anmelden können. Zastrow schreibt zudem: „Weber hat getan, was er konnte, um öffentlichen Druck gegen Sarrazin aufzubauen, ihn zum Rücktritt zu pressen.“
In einem Brief an die „FAZ“-Herausgeber weist die Bundesbank den Bericht und die Deutung zurück. „Herr Weber hat Passagen in dem Interview sofort nach Kenntnisnahme als inakzeptabel bezeichnet und seinen Pressechef Benedikt Fehr beauftragt, dies an Herrn Sarrazin weiterzugeben“, heißt es in dem Brief.

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