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Burdas Web2.0-Typen: die „bittere Wahrheit“

Burdas Vermarktungsfirma Burda Community Network hat unter dem Namen "On- und Offline-Verhalten der Web2.0 Generation" eine Studie mit einer Auflistung der Web2.0-Typen veröffentlicht. Die Studie unterteilt die Online-Nutzer in die Kategorien die Relaxten, die Getriebenen, die Denkenden, die Freien, die Sehnsüchtigen, die Fühlenden, die Skeptiker und die Ruhenden. MEEDIA hat sich angesehen, wie Burda die Web2.0-Typen beschreibt und spekuliert, was wirklich gemeint sein könnte.

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Burdas Vermarktungsfirma Burda Community Network hat unter dem Namen „On- und Offline-Verhalten der Web2.0 Generation“ eine Studie mit einer Auflistung der Web2.0-Typen veröffentlicht. Die Studie unterteilt die Online-Nutzer in die Kategorien die Relaxten, die Getriebenen, die Denkenden, die Freien, die Sehnsüchtigen, die Fühlenden, die Skeptiker und die Ruhenden. MEEDIA hat sich angesehen, wie Burda die Web2.0-Typen beschreibt und was wirklich gemeint sein könnte.

Kernzielgruppe des Web2.0 sind der Studie zufolge ausgerechnet die Denkenden, die Sehnsüchtigen und die Fühlenden. Was zeichnet diese Web2.0-Aficionados denn nun laut Burda-Marktforschung so aus?

Die Denkenden – sind laut Studie anspruchsvolle Strategen, planende und analytisch denkende Kopfmenschen. Ihr Treiber für die Web 2.0 Nutzung ist die Suche nach vertiefenden Informationen und die Erweiterung ihres Wissens (3 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Unerträgliche Besserwisser und dauernörgelnde Satzzeichenkorrektoren in Kommentarspalten. Die „Denkenden“ hocken noch morgens um halb drei vor dem Rechner und gehen bei Äußerungen, die nicht ihrer zementierten Weltsicht entsprechen, hoch wie früher nur das HB-Männchen. In der Schule trugen die „Denkenden“ meistens Aktenkoffer und wurden auf dem Pausenhof regelmäßig unter Gewaltanwendung dazu gebracht, ihre Hausaufgaben zu essen.

Die Sehnsüchtigen – sind laut Studie kontaktsuchende Mitläufer, eher bescheiden und schüchtern. Ihr Treiber für die Web 2.0 Nutzung ist die Suche nach mehr sozialen Kontakten und guten Beziehungen mit anderen Menschen (4 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Dauernutzer von Online-Kontaktbörsen und ganz besonders sozialen Netzen. Geben die Hälfte ihres Monatsgehalts für Parship- und ElitePartner-Gebühren aus und verbringen mehr als die Hälfte ihrer Freizeit mit dem Frisieren ihrer Online-Profile. Verpassen keine Folge vom „Schlaflos in München“-Podcast und sind, obwohl Mitte/Ende Dreißig, erst vor einem Monat „daheim“ ausgezogen. Die Wäsche macht Mutti natürlich weiterhin. Halten das Zubereiten von Miraculi für Kochen.

Die Fühlenden – laut Studie emotionale Optimisten, die genussorientierte, kreative und spontane Bauchmenschen sind. Ihr Treiber für die Web 2.0-Nutzung ist die Suche nach großen Gefühlen und das Ausleben ihrer Persönlichkeit (2 Mio. Personen)

Die bittere Wahrheit: Surfen heimlich auf Body-Modification-Websites und sind Meister im Erstellen von Fake-Persönlichkeiten in Chat-Rooms und Foren. Können in vier unterschiedlichen Browser-Fenstern genausoviel Geschlechter gleichzeitig simulieren und investieren beträchliche Summen in Online-Sex-Abos. Häufigste Tätigkeit: löschen des Verlauf-Ordners.

Das war ja nur die Speerspitze der Web-Elite. Weiter unten in der Klick-Ordnung finden wir in der Studie noch folgende Web2.0-Typen:

Die Freien – sind laut Studie konsumorientierte Individualisten, die eine höhere Konsumorientierung als die „Web-Enthusiasten“ haben. Sie sind flexibel, phantasievoll, kontaktfreudig und ungebunden. Ihr Treiber für die Web 2.0-Nutzung sind Mobilität, Flexibilität und Konsum (8 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Kennen Amazon-Prime-Shopping nicht nur vom Hörensagen, sondern bestellen täglich. Mindestens. Der Postbote wird geduzt, das Internet ist eine einzige große Einkaufsmeile und das nächste Schnäppchen nur einen Klick entfernt.

Die Relaxten – sind laut Studie schlichte unterhaltungsorientierte, prinzipientreue und vernünftige Passivnutzer des Internets. Ihr Treiber für die Web 2.0-Nutzung ist die Suche nach Entspannung und Unterhaltung (9 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Spielen bei Facebook Farmville bis zum Abwinken, ansonsten können ihnen Communities aber gestohlen bleiben. Haben aber noch ein ungepflegtes Profil bei wer-kennt-wen. Laden Demo-Versionen von Killerspielen runter und lassen sich von befreundeten „Denkenden“ oder „Fühlenden“ die neusten TV-Serien „gratis“ aus dem Netz ziehen und als „Sicherungskopie“ auf DVD-Rohlinge brennen.

Die Getriebenen – sind laut Studie informationsorientierte Realisten, die analytisch denken und hohe Ansprüche sowie persönliche Ziele und Ideale haben. Im Netz verhalten sie sich eher wie Beobachter, als wie Teilnehmer. Ihr Treiber für die Web 2.0-Nutzung ist die Suche nach nützlichen Informationen (6 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Pflegen manisch ihr Xing-Profil, weil sie glauben, dass irgendwann „DER“ Auftrag, „DER“ Job oder „DIE“ Gelegenheit via Business-Netzwerk hereinschneit. Haben einen Blackberry von der Firma und finden das iPhone eher doof. Legen einen Twitter-Account an, schreiben aber nix selbst, sondern lesen nur das, was die Kollegen so von sich geben. Vorsicht: potenzielle Käufer von „Business Punk“. Werfen in angetrunkenem Zustand in Fußgängerzonen nachts Blumenkübel um, um ihre Individualität zu demonstrieren.

Die Skeptiker – sind laut Studie bodenständige Passanten, die praktisch veranlagt sind und ein eher passives Freizeitverhalten haben. Im Internet sind sie reine Web 1.0-Nutzer (4 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Halten E-Mail für den heißesten Scheiß seit Abschaffung der Postkutsche. Installieren alle vier Wochen einen neuen Virenscanner und ändern alle 14 Tage ihre kompletten Online-Passworte. Online eingekauft haben sie noch nie, weil sie fürchten, dass Osama bin Laden, die GSG9 oder Wolfgang Schäuble danach umgehend bei ihnen daheim an der Wohnungstür klingelt. Lieblingssendung im Fernsehen: „Wer wird Millionär?“

Die Ruhenden – sind laut Studie konservative Beobachter, die eine hohe Leistungs- und Wertorientierung haben und kaum webaffin sind. Sie zeichnen sich durch ihre Verlässlichkeit und Bescheidenheit aus und haben ein traditionelles Einkaufs- und Informationsverhalten (4 Mio. Personen).

Die bittere Wahrheit: Gehen tatsächlich noch in den Media Markt und kaufen (!) dort etwas, anstatt den Kram nur anzufingern und dann bei Amazon billiger zu bestellen. Hängen mit Schafsgeduld stundenlang in Telefon-Hotlines, die Startseite ihre Browser ist die T-Online-Homepage. Eine Googlemail-Adresse würden sie sich niemals zulegen, weil man soviel von diesem Datenkrakendings liest. Kaufen „Landlust“ und legen sie regelmäßig bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe ungelesen auf den Wohnzimmertisch.

Gefunden habe ich diese lustige Web2.0-Typologie über den Werbeblogger. Der hat sich auch so seine Gedanken dazu gemacht und sogar noch ein paar witzige Grimassen dazu einfallen lassen. Die Original-Studie, ohne aus der Luft gegriffenes Gelaber, kann man hier runterladen.

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