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Mercedes fährt Aust in die Parade

"Stefan Aust plant, den deutschen Medienmarkt aufzumischen." So lautet der erste Satz eines Artikels, den der englische "Guardian" am Dienstagmittag auf seiner Webseite veröffentlichte. Und dann wird es konkret: Der langjährige "Spiegel"-Chefredakteur und Bestsellerautor habe zudem mitgeteilt, dass er ein Wochenmagazin "zwischen 'Spiegel' und 'Stern'" plane. Autorin ist die deutsche Journalistin Mercedes Bunz. Der Haken: Aust dementiert. Zu MEEDIA sagte er: "Das habe ich so überhaupt nicht gesagt."

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Der Artikel ist offenbar durch eine Koinzidenz verschiedener Faktoren zustande gekommen. Stefan Aust war am Montag in London und war Teilnehmer einer Diskussionsrunde zum Buch des Autors Hans Kundnani „Utopia or Auschwitz: Germany’s 1968 generation and the Holocaust“. Der ehemalige „Spiegel“-Chef sprach als Nachkriegsexperte über die Wahrnehmung des Palästina-Konflikts in Deutschland.
Im Auditorium saß zufällig auch eine Deutsche: Mercedes Bunz, seit August beim „Guardian“ als Media & Technology-Autorin unter Vertrag. Zuvor hatte die Jornalistin beim Holtzbrinck-Portal Tagesspiegel.de als Chefredakteurin gewirkt. Dass Aust im Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema der Veranstaltung sein Entwicklungsprojekt thematisiert haben könnte, erscheint wenig plausibel. Der 63-Jährige entwickelt derzeit mit seinem Unternehmen Agenda Media in Hamburg Printkonzepte für die WAZ-Gruppe, ist aber auch TV-Produzent und stellt demnächst sein neues Buch über den Mauerfall vor.
Offenbar befragte Mercedes Bunz den Gast aus Deutschland aber auch am Rande der Veranstaltung. Und hier gehen die Versionen deutlich auseinander. Bunz berichtet im „Guardian“, die Entwicklung befinde sich in einer „sehr konkreten Testphase“. Darüberhinaus habe Aust „zuversichtlich“ erklärt, dass die Testphase für ein neues Magazin bereits Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein werde, der Titel „wahrscheinlich zunächst in kleiner Auflage“ herauskomme und möglicherweise auch mit einer DVD kombiniert würde. Am Abend bekräftigte sie auf Anfragen erneut ihre Darstellung.
Stefan Aust beharrt dagegen darauf, „das gesagt zu haben, was ich stets sage: Wir loten im Auftrag der WAZ die generellen Marktchancen für verschiedene neue Zeitschriftentitel aus.“ Nicht mehr und nicht weniger: „Da hat sich die junge Frau ganz schön was zusammengereimt.“

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