Twitter: Deal mit Google oder Microsoft?

Neue Gerüchte um den boomenden Microblogging-Dienst Twitter: Knapp zwei Wochen nach der Finanzierungsrunde über 100 Millionen Dollar stehen nun offenbar Microsoft und Google Schlange. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, verhandeln sowohl der Software-Riese als auch der Internet-Gigant mit Twitter über die Such-Vermarktung von Tweets. Gespräche über eine Kooperation befänden sich nach Angaben von Technologie-Reporterin Kara Swisher im "fortgeschrittenen Stadium".

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Die Dinge laufen weiter gut für Twitter: Gerade mal eine Woche ist es her, dass ein Investment von Morgan Stanley über 10 Millionen Dollar für jede Menge Gesprächsstoff sorgte. Klar scheint damit nämlich: Die Wall Street-Institution will Twitter offenbar an die Börse bringen – oder beim Verkauf helfen.
Bis es so weit ist, wird der Microblogging-Dienst das tun, was er im vergangenen Jahr so gut konnte wie wohl kein zweites Start-up: Um jeden Preis wachsen. 54 Millionen Nutzer zählt Twitter bereits. Nur Umsätze sind immer noch keine erkennbar.

Twitter: „Fortgeschrittene Gespräche“ mit Microsoft und Google
Das könnte sich schnell ändern. Wie „All things digital„, das Technologie-Blog des „Wall Street Journals“, berichtet, befindet sich das kalifornische Start-up offenbar „in fortgeschrittenen Gesprächen“ mit niemand Geringerem als Software-Gigant Microsoft und Internet-Riesen Google.

Allerdings getrennt. Es geht um den „Missing Link“ der Internetsuche: Bislang werden Tweets von Twitter nämlich sehr unzureichend über Google oder Bing gefunden. Natürlich: Es gibt eine Suche über Twitter – doch wer will schon immer diesen Umweg gehen, wenn im Browserfenster ein Suchfeld voreingestellt ist?
Also buhlen Microsoft und Google um die Gunst Twitters, künftig die 140 Zeichen langen Status-Updates in ihren Suchmaschinen listen zu können. Dafür müssten der weltgrößte Software-Konzern und das wertvollste Internet-Unternehmen der Welt entsprechend in die Tasche greifen.

Twitter könnte gleich zweifach kassieren – für die Lizenzierung und für Umsatz-Beteiligung
Zunächst wäre für die Lizenzierung der Twitter-Inhalte eine einmalige Gebühr fällig, „um Twitter für das große Potenzial und die einmalige Fundgrube von Echtzeit-Informationen von 54 Millionen Usern zu entschädigen“, wie „All things digital“-Bloggerin Swisher schreibt. Die Rede ist von „several millions“.
Im zweiten Schritt würde Twitter an den Umsätzen partizipieren, die über die Werbeumsätze durch die Internetsuche erzielt werden. Der Deal wäre „nicht exklusiv“, schreibt Swisher – was bedeutet, dass Twitter nicht nur mit Google UND Microsoft eine Kooperation abschließen, sondern durchaus auch mit weiteren Internet-Unternehmen wie Yahoo verhandeln könnte. 

„Einen sehr smarten Schachzug“ nennt „Alley Insider“Chefredakteur Henry Blodget dann auch das Vorhaben. Wann mit Abschlüssen der Verhandlungen zu rechnen sei, nannte die stets gut informierte „Wall Street Journal“-Reporterin Kara Swisher unterdessen nicht.

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