Apple: Der unfassbare Erfolg des App Stores

Die Superlative reißen nicht ab: Gerade sechs Monate ist es her, dass Apple die Milliardenmarke im App Store passierte – nun ist bereits eine weitere Milliarde Downloads hinzugekommen. Obwohl der weltgrößte Marktplatz für Software-Applikationen für Apple lange Zeit eher als ein Zubrot-Geschäft galt, ist der App Store das eigentliche Geheimnis des gigantischen iPhone-Erfolges. Inzwischen verdient Apple nun auch noch kräftig mit den Downloads der Kleinstprogramme.

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Die Superlative reißen nicht ab: Gerade sechs Monate ist es her, dass Apple die Milliardenmarke im App Store passierte – nun ist bereits eine weitere Milliarde Downloads hinzugekommen. Obwohl der weltgrößte Marktplatz für Software-Applikationen für Apple lange Zeit eher als ein Zubrot-Geschäft galt, ist der App Store das eigentliche Geheimnis des gigantischen iPhone-Erfolges. Inzwischen verdient Apple nun auch noch kräftig mit den Downloads der Kleinstprogramme.

Es klingt fast nach Understatement, das Steve Jobs bekanntlich eher fremd ist: „Der App Store hat den Umgang mit einem mobilen Handheld-Gerät neu definiert, und es zeigt sich klar, dass unsere Anwender dies sehr mögen“, wurde der Apple-CEO in der gestrigen Pressemitteilung zitiert.

Sehr mögen? Die Nutzer des iPhones lieben ihn! Anders lässt sich der phänomenale Erfolg des erst vor 14 Monaten eingeführten App Stores nicht erklären. Mehr als neun Monate dauerte es, bis Apple erstmals die Milliardenmarke nach Downloads der beliebten Kleinstprogramme fürs iPhone übersprang – weniger als ein halbes Jahr, bis nun die zweite Milliarde heruntergeladener Applikationen folgte.
Welterfolg App Store: „Die Wachstumsrate beschleunigt sich weiterhin“

Bemerkenswerte zwei Milliarden Applikationen wurden seit dem 10. Juli 2008 heruntergeladen. „Die Wachstumsrate an Downloads im App Store beschleunigt sich weiterhin“, klärt Steve Jobs auf. „Allein im letzten Quartal waren es über 500 Millionen Anwendungen.“

Immer neue Applikationen auf das iPhone zuladen, ist längst zum Gesellschaftsspiel geworden – ein Überblick über die besten Apps findet nicht nur auf Branchenportalen, sondern auch längst im Mainstream statt.

Damit ist einiges über das enorme Ausmaß des Erfolges gesagt. Als Apple vor mehr als zwei Jahren das iPhone der ersten Generation einführte, war die Skepsis groß: Ein cooles Luxusprodukt war das silberne Smartphone, das in den ersten drei Monaten noch für stolze 599 Dollar über die Ladentische ging, zweifellos – doch die vornehme Zurückhaltung gegenüber dem Handy-Debütanten ließ im ersten Jahr der Markteinführung nicht mehr als einen Achtungserfolg zu.
„Der Kunde gewinnt. Der Entwickler gewinnt. Apple gewinnt“
Der Durchbruch gelang Apple erst ein Jahr später mit der Einführung des zweiten Modells 3G, mit dem der App Store gleichzeitig geöffnet wurde – ein Schachzug, den dem Controlfreak Steve Jobs, der nicht ohne Grund seit jeher Software und Hardware aus einem Guss angeboten hat, die allerwenigsten zugetraut hätten.

„Das ist die ultimative freie Marktwirtschaft, die Demokratisierung der Produktentwicklung“, jubelte CNBC Tech Reporter Jim Goldman. „Der Kunde gewinnt. Der Entwickler gewinnt. Apple gewinnt. Der App Store ist das Bona Fide-Phänomen, das 30 Jahre von Apples Innovationen auf den Gipfel treibt“, huldigte Goldman dem großen Coup.

Analyst: Durchschnittliche Bezahl-Applikation kostet 2,65 Dollar

Allein: Richtig Geld verdiene der Computerpionier am Welterfolg App Store noch nicht, haben sich Analysten immer wieder vorzurechnen befleißigt gefühlt. Wie etwa der Venture Capitalist Lightspeed Venture Partners im Mai ermittelte, hätte Apple demnach mit der ersten Milliarde Downloads lediglich zwischen 20 bis 45 Millionen Dollar umgesetzt – basierend auf der Annahme, dass lediglich 2,5 bis 6 Prozent der Applikationen kostenpflichtig sind. 

Zugrunde gelegt, dass die Durchschnitts-Applikation 2,65 Dollar kostet, entspräche das einem Umsatz von 70 – 160 Millionen Dollar, von denen Apple wie beim iTunes Store jedoch nur 30 Prozent kassiert. Damit würde Apple unterm Strich wohl kaum mehr als eine schwarze Null schreiben, mutmaßten die Analysten.

Geldmaschine App Store: 30 bis 55 Millionen Dollar Gewinn pro Quartal

Das war im Mai – und offenbar ziemlich konservativ kalkuliert. Vier Monate und fast eine Milliarde Downloads später hat Toni Sacconaghi von Bernstein Research noch mal nachgerechnet. Sacconaghi kommt in seiner vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass die Durchschnittsapplikation inzwischen 3 Dollar kostet – und für mittlerweile nun 13 bis 21 Prozent der Apps bezahlt wird. 

Macht angesichts der zuletzt immer größeren Wachstumsdynamik summa summarum zwischen 60 bis 110 Millionen Dollar Umsatz – pro Quartal. Angesichts von einer unterstellten Gewinnmarge von 50 Prozent würde Apple damit alle drei Monate inzwischen 30 bis 55 Millionen Dollar mit seinem App Store verdienen. In Zeiten der Finanzkrise ist das ein „Zubrot“, mit dem es viele Technologieunternehmen nicht mal in ihrem Kerngeschäft aufnehmen können. Schon 2 bis 4 Cent Gewinn steuert der App Store zum Quartalsergebnis bei, rechnet Sacconaghi vor.

Analysten begeistert, Aktie nahe Allzeithoch

Entsprechend wollen die Begeisterungsstürme der Analysten um Apple dann auch nicht enden: Die Mac-Verkäufe im August lagen offenbar noch mal über den Schätzungen, neue iMacs und MacBooks konnten noch vor dem Beginn der Weihnachtssaison ausgeliefert werden – und dann ist da noch die anhaltende Phanatasie um das ‚next big thing’, nämlich den längst mythisch verklärten Tablet Mac.

Kein Wunder, dass die Apple-Aktie von Analysten angesichts dieser Perspektiven fast täglich hochgestuft wird und bei 186 Dollar so nah an ihrem Allzeithoch notiert wie kein anderes Technologieunternehmen in diesen Tagen.

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