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USA: Condé Nast stellt gleich vier Titel ein

Überall in der Welt geht es Zeitschriften nicht sonderlich gut. In den USA geht es ihnen noch etwas schlechter: die Auflagen sind im Keller, das Anzeigengeschäft wird von der Rezession geschüttelt. Gestern hat Condé Nast bekannt gegeben, dass man vier Zeitschriften einstellen werde. Und weitere Pleiten dürften folgen. Gefährdet erscheinen selbst die prominenten News-Magazine wie „Time“ und „Newsweek“. Dagegen machen die großen Monatstitel wie „InStyle“ und „GQ“ einen krisensicheren Eindruck.

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Überall in der Welt geht es Zeitschriften nicht sonderlich gut. In den USA geht es ihnen noch etwas schlechter: die Auflagen sind im Keller, das Anzeigengeschäft wird von der Rezession geschüttelt. Gestern hat Conde Nast bekannt gegeben, dass man gleich vier Zeitschriften einstellen werde. Und weitere Pleiten dürften folgen. Gefährdet erscheinen selbst die prominenten News-Magazine wie „Time“ und „Newsweek“. Dagegen machen die großen Monatstitel wie „InStyle“ und „GQ“ einen krisensicheren Eindruck.

„We’re all stunned, sad“, twitterte gestern Ruth Reichl, die Chefredakteurin von „Gourmet“, immerhin der ältesten Food-Zeitschrift des Landes, die fast eine Million Exemplare verkaufte. Kurz davor hatte Condé Nast-CEO Charles Townsend die Schließung von gleich vier Condé Nast-Zeitschriften bekanntgegeben. Neben Gourmet traf es noch  die beiden Hochzeitszeitschriften „Modern Bride“, „Elegant Bride“ und das Familienmagazin „Cookie“. Sie alle erleiden das gleiche Schicksal wie „Portfolio“, dem ehrgeizigen Wirtschaftsblatt, das Condé Nast unter dem 81-jährigen Verleger S.I. Newhouse Jr. nach nur zwei Jahren mit über 100 Millionen Verlust vom Markt nahm.

Die US-Verlagsbranche wird zur Zeit von einem Tiefschlag nach dem anderen getroffen. Vor einigen Tagen ließ die Meldung aufhorchen, dass Time-Warner, bis vor kurzem noch der größte Medienkonzern der Welt, sein Printgeschäft verkaufen wolle. Das verriet der Geschäftsführer einer großen Fond-Gesellschaft, die an Time Warner Anteile hält. Zwar dementierte TimeWarner-Boss Jeffrey Bewkes ein wenig später, aber das kann auch ein taktischer Zug gewesen sein, um die Anzeigenkunden zu beruhigen. Denn schon seit Jahren wird darüber spekuliert, dass der Konzern irgendwann ohne seinen Namensgeber da stehen könnte.

Wenn man die aktuellen Ausgaben der US-Nachrichtenmagazine durchblättert, kann man verstehen, warum die Verlage langsam die Lust am Zeitschriften-Geschäft verlieren:

„Time Magazine“ (Verlag TimeWarner) hat diese Woche gerade einmal 70 Seiten Umfang (davon 16 Anzeigenseiten)

– Konkurrent „Newsweek“ (Verlag: Washington Post Company) kommt sogar nur auf 64 Seiten Umfang (davon 21 Anzeigenseiten)

– Das wöchentliche Wirtschaftmagazin „BusinessWeek“ (McGraw Hill) liegt bei 84 Seiten Umfang (davon 28 Anzeigenseiten)

Sicher, die US-Wochenmagazine waren immer deutlich dünner als in Deutschland „Stern“ oder „Spiegel“. Aber bei Umfängen von 60 bis 80 Seiten auf schlechtem Papier sollte man sich nicht wundern, wenn bald auch die letzten Käufer wegbleiben. Eigentlich dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Verlage die Notbremse ziehen. „BusinessWeek“ steht ja schon offiziell zum Verkauf – und das ehemalige Wochenmagazin „US News & World Report“ gibt es nur noch im Internet.

Die großen Monatsmagazine dagegen sehen hier in den USA erfreulicher Weise überhaupt nicht nach Krise aus. Die Oktober-Ausgabe von „InStyle“ hat 350 Seiten Umfang, Vanity Fair“ kommt auf 224 Seiten, „GQ“ liegt bei 232 Seiten, „Esquire“ bei 186 Seiten, „Architectual Digest“ immerhin 162 Seiten. Alle diese Titel dürften die nächsten Jahre ungefährdet überstehen.

Während in Deutschland die Wochenmagazine „Stern“ und „Spiegel“ die Aushängeschilder der Branche sind, sieht es in den USA genau umgekehrt aus: hier hat man das Gefühl, die Zukunft der Zeitschriften liegt in der monatlichen Erscheinungsweise. Die Wochentitel dagegen stehen vor dem Aussterben…

Andere Länder, andere Trends.

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