USA verschärfen Regeln für „Word of mouth“

Schluss mit verdeckter Werbung in Blogs: Die Wettbewerbshüter der amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) nehmen das "Web 2.0" ernst und haben eine Überarbeitung ihrer Richtlinien verabschiedet. Jeder, der ein Produkt oder eine Dienstleistung empfiehlt und dafür eine Gegenleistung erhält, muss dies künftig kenntlich machen – oder mit 11.000 Dollar Strafe rechnen. Das dürfte vielen viralen und "word-of-mouth"-Kampagnen den Boden entziehen.

Anzeige

Die neuen FTC-Vorschriften bedeuten die erste grundlegende Anpassung der sogenannten „Endorsement rules“ seit 1980 und werden gravierende Auswirkungen auf Online-Kampagnen haben. Das Fachblog „ReadWriteWeb“ sorgt sich bereits, leicht maliziös, um die „mommy bloggers“, die als Gegenleistung für kostenlose Warenproben freundliche Erwähnungen in Blogs oder Foren beisteuern – ein Marketing-Modell, das auch in Deutschland beobachtet wird.
In der deutschen „Blogosphäre“ führen Fälle von bezahlten oder „gesponserten“ Blogeinträgen regelmäßig zu erbitterten Diskussionen und bestenfalls einer Art Selbstregulierung, nicht aber zu behördlichen Sanktionen. Ein Beispiel waren die „Opel-Blogger“: Im Sommer 2008 fuhren relativ prominente Blogger kostenlos Testwagen und schrieben darüber, enthüllten aber immerhin die Hintergründe. Das geschieht zweifellos in vielen anderen Fällen nicht.

In den USA rechnet auch niemand mit flächendeckenden Geldstrafen für reichweitenschwache Amateurblogger, aber sehr wohl mit sichtbaren Konsequenzen. Wenn Prominente weiterhin über Produkte twittern, für die sie Werbeträger sind, werden sie künftig einen erheblichen Teil der 140 Zeichen für die „disclosure“ brauchen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige