G+J streicht jeden dritten Vermarktungs-Job

Man hatte es ja fast geahnt. Einen Tag nach der Positiv-Meldung, dass mit "Nido" ein weiteres reguläres Magazin gelauncht wird, saust bei Gruner + Jahr der Spar-Hammer nieder: Wie der Mediendienst "Horizont" meldet, streicht das Medienhaus 85 Stellen in der Vermarktung. Damit fällt fast jeder dritte der 280 Jobs weg. Zudem wird die Struktur der Abteilungen grundlegend umgestaltet. Statt bislang vier soll es nur noch zwei Säulen in der Vermarktung geben, die Anzeigenchefs berichten dann direkt an G+J Media Sales.

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Der massive Umbau ist im Kern keine Überraschung. Gruner + Jahr folgt damit der Strategie anderer Großverlage, die sich bereits nach der Devise „One Face to the Customer“ in der Vermarktung neu positioniert haben. Vorstandschef Bernd Buchholz hatte angekündigt, bis Ende September Vorschläge für Sparmaßnahmen und Effektivitätssteigerungen aus den einzelnen Unternehmenssegmenten abzuwarten.
Nur einen Tag nach Ablauf der Frist folgt nun die erste einschneidende Neuerung im nicht-redaktionellen Bereich. Die Umsetzung soll laut „Horizont“ zum 1. Dezember erfolgen. Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen müssen, auch wenn angeblich der Großteil des Stellenabbaus durch Fluktuation, auslaufende Verträge oder einvernehmliche Regelungen bewerkstelligt werden soll.
Anstelle des bisherigen Modells mit vier voneinander unabhängigen Verlagsgruppen wird es demnach künftig zwei Abteilungen geben: die eher männliche orientierte News-Säule, zu der dann die Stern / Geo / Art-Gruppe sowie die Wirtschaftsmedien („FTD“, „Capital“) gehören werden, auf der einen Seite sowie die Style-Unit mit den Titeln Frauen / Familie / People („Brigitte“, Gala“) und den Exclusive / Living-Objekten („Essen & Trinken“).
Starker Mann in der G+J-Vermarktung ist und bleibt Media Sales-Geschäftsführer Stan Sugarman. Sein Stellvertreter Guido Modenbach wird ebenfalls zum Geschäftsführer befördert, so die Informationen von „Horizont“. Offenbar wird es künftig vier Gesamtanzeigenleiter geben, die an die Media Sales-Geschäftsführung berichten: je einen für die neugeschaffenen Abteilungen News und Style, einer für die Regionalbüros, die in abgespeckter Form weiterbetriebenen werden sollen, ein weiterer für den ebenfalls neuen Bereich Direct Sales, der sich mit kleineren und spitzen Titeln befassen wird.
Den angestrebten Effekt (neben der erheblichen Kostensenkung) fasst „Horizont“ so zusammen: „Vor allem von dieser Zentralisierung bei G+J Media Sales erhofft sich der Verlag bessere Chancen im angestrebten Print-Mandantengeschäft, weil so Vermarktungsdienstleistungen besser, das heißt zentral und ohne Interessenkonflikte, von Kunden abgerufen werden könnten.“ Gruner + Jahr hat den Bericht trotz Anfrage verschiedener Mediendienste bislang nicht kommentiert.

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